Linux fĂŒr Motorola-Handys
Das US-Elektronikunternehmen entwickelt ein Handy mit Linux-Betriebssystem, Digitalkamera sowie MP3-Player und will bei Highend-GerÀten komplett auf das Open-Source-System setzen.
Mit dem A760 will der US-Elektronikkonzern Motorola [1] sein erstes Smartphone herausbringen, dass mit Linux als Betriebssystem und mit Java arbeitet. Nach dem geplatzten Deal [2] mit Sendo, der noch juristische Nachspiele [3] hat, scheint dies ein weiterer harter Schlag fĂŒr Microsofts Smartphone-Ambitionen zu sein. Aber auch das Konsortium Symbian, bislang MarktfĂŒrer bei Smartphone-Systemen und Hauptkonkurrent Microsofts, kann sich nicht freuen: Denn Motorola will auf lange Sicht Linux und nicht Symbian OS zum Hauptsystem fĂŒr seine Handys machen. Und das, obwohl Motorola zusammen mit Nokia bislang nicht nur zu den Hauptinvestoren, sondern auch zu den Hauptprotagonisten von Symbian zĂ€hlt.
Immerhin, ganz will man die TĂŒren zu anderen Systemherstellern nicht zuschlagen: "Wir haben Linux als unser Hauptsystem gewĂ€hlt, aber das heiĂt nicht, dass wir nicht mit Symbian oder Microsoft arbeiten werden -- wenn es das ist, was die Kunden wollen", kommentierte eine Firmensprecherin gegenĂŒber US-Medien.
Das A760 soll mit Farbdisplay, einer Kamera und einem MP3- sowie Video-Player ausgestattet werden. Es soll im dritten Quartal zuerst in Asien auf den Markt kommen; Preise und VerfĂŒgbarkeit auf europĂ€ischen und US-MĂ€rkten stehen noch nicht fest; es ist aber bereits geplant, das GerĂ€t spĂ€ter auch hierzulande auf den Markt zu bringen. Neben den PlĂ€nen, die Motorola-Smartphones alle mit Linux auszurĂŒsten, kann sich Motorola auch vorstellen, noch weiter zu gehen: Klappt mit den Highend-Handys alles wie vorgesehen, denke man auch daran, Linux fĂŒr einfachere Mobiltelefone zu nutzen, hieĂ es. Motorola hofft dabei vor allem darauf, dass die groĂe Open-Source-Szene ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Techniken und Entwicklungen darstellt, das es der Firma ermöglicht, schnell neue GerĂ€te und Funktionen zu entwickeln.
Das Linux-System will Motorola nicht selbst entwickeln, sondern setzt angeblich auf Software von MontaVista [4]. Die Firma, spezialisiert auf Linux-Versionen fĂŒr die Kommunikations-Infrastruktur und zugehörige GerĂ€te, arbeitet bereits mit dem BIOS-Hersteller Phoenix, dem Browser-Hersteller Opera und dem Computerkonzern IBM zusammen, um Linux etwa auch fĂŒr UnterhaltungselektronikgerĂ€te [5] nutzbar zu machen. Aber auch japanische Konzerne wie Sony und Matsushita [6] wollen Linux etwa fĂŒr Heimelektronik-GerĂ€te nutzbar machen -- ob Linux in den Handy- und Unterhaltungselektronik-MĂ€rkten fĂŒr Embedded Systems gegen die Konkurrenz vor allem von Symbian und Microsoft auf die Dauer bestehen kann, wird sich aber erst noch zeigen mĂŒssen. (rop [7])
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[1] http://motorola.com
[2] http://www.heise.de/mobil/newsticker/data/dz-07.11.02-000/
[3] http://www.heise.de/mobil/newsticker/data/wst-05.02.03-000/
[4] http://www.mvista.com/
[5] https://www.heise.de/news/CES-Internet-Zugang-fuer-Unterhaltungselektronik-auf-Linux-Basis-72797.html
[6] https://www.heise.de/news/Sony-und-Matsushita-schicken-Linux-ins-Rennen-um-das-traute-Heim-72025.html
[7] mailto:rop@ct.de
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