Neue Firma A1 Telekom Austria bĂĽndelt Telekom und Mobilkom Austria

Knapp drei Jahre nach der letzten Restrukturierung wird die Telekom Austria Group (TA) wieder neu aufgestellt: Der Aufsichtsrat der Telekom Austria Holding hat die ZusammenfĂĽhrung der Festnetz-Tochter Telekom Austria TA AG mit der Mobilfunk-Tochter mobilkom austria AG beschlossen.

vorlesen Druckansicht 12 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Knapp drei Jahre nach der letzten Restrukturierung wird die Telekom Austria Group (TA) wieder neu aufgestellt. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, hat der Aufsichtsrat der Telekom Austria Holding die Zusammenführung der österreichischen Festnetz-Tochter Telekom Austria TA AG mit der österreichischen Mobilfunk-Tochter mobilkom austria AG beschlossen. Die Verschmelzung zum neuen integrierten Kommunikationsanbieter A1 Telekom Austria soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Damit einher gehen auch diverse Personalrochaden auf der Managementebene. Chef der schlicht Telekom Austria AG genannten Konzernholding bleibt aber Hannes Ametsreiter, der auch die neue österreichische Tochtergesellschaft leiten wird.

Die angekündigte Fusion soll sowohl zu einer Senkung der Kosten als auch einer Steigerung der Umsätze führen. Kostensenkungen werden durch Synergien bei internen Prozessen und bei der gemeinsamen Nutzung technischer Einrichtungen ("hybrides Giganetz") erwartet. Die Zusammenlegung von Marketing, Vertrieb und Kundenservice soll auch zusätzliche Einnahmen bringen, weil den Mobilfunkkunden auch Festnetzdienste (und umgekehrt) verkauft werden sollen ("Cross- und Upselling"). Die TA sieht eine steigende Nachfrage nach "integrierten Kommunikationslösungen und konvergenten Produkten" auf dem österreichischen Markt. Schon jetzt wurden Festnetzabschlüsse mit Mobilfunk-Verträgen gebündelt und die Mobilkom Austria hat Produktpakete mit DSL angekündigt.

In Zahlen ausgedrückt erwarten die TA-Manager zunächst Anlaufkosten, die sich mit einem Betrag von rund 80 Millionen Euro auf den Cashflow des laufenden Jahres auswirken werden. Ab 2012 soll sich die Fusion aber positiv auswirken, ab 2014 oder 2015 soll sich eine Cashflow-Steigerung von jährlich rund 100 Millionen Euro einstellen. Die diesjährige Dividende soll unverändert bei 75 Cent je Aktie bleiben.

Die Begeisterung der Aktionäre hält sich unterdessen in Grenzen. Die TA-Aktie gab nach Bekanntgabe des Fusionsbeschlusses weiter nach und notierte zum Handelsschluss um 18 Cent oder 1,8 Prozent tiefer, als gestern. Die Belegschaftsvertreter sind keiner einheitlichen Meinung. Während die Mobilkom-Betriebsräte für die Zusammenlegung stimmten, votierten die Festnetz-Kollegen ablehnend. Sie hatten vergeblich eine Arbeitsplatzgarantie über 2010 hinaus gefordert.

Zum Konzern gehören Tochtergesellschaften in sieben anderen Ländern, die vornehmlich als Mobilfunk-Netzbetreiber tätig sind. Sie sind von den Veränderungen nicht betroffen und stehen wie die neue A1 Telekom Austria im Eigentum der Holding. Allerdings wird eine mobilkom austria group services genannte Abteilung aus der Mobilkom Austria herausgelöst und in die Konzernholding integriert. Besagter Unternehmensteil hat zur Aufgabe, die internationale Zusammenarbeit der Mobilfunk-Netze in den verschiedenen Ländern zu organisieren. (pmz)