Raumfahrtunternehmen Virgin Orbit stellt den Betrieb ein
(Bild: Virgin Orbit)
Das Weltraumunternehmen Virgin Orbit stellt den Betrieb ein. Das von Richard Branson gegrĂŒndete Start-up verkauft seine Vermögenswerte an vier Bieter.
Das vom MilliardĂ€r Richard Branson 2017 gegrĂŒndete Unternehmen Virgin Orbit stellt den Betrieb ein. Anfang April hat das Unternehmen bereits Insolvenz angemeldet, nachdem es zuvor in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Die Vermögenswerte wurden laut Pressemitteilung in einer Auktion gemÀà dem United States Bankruptcy Code verĂ€uĂert.
Entwicklung der letzten Monate
Das Start-up Virgin Orbit von Branson trat an, um Satelliten von seiner flugzeuggestĂŒtzen TrĂ€gerrakete "LauncherOne" aus ins All zu schieĂen. Im Januar dieses Jahres wurde nach einem Fehlstart in GroĂbritannien [1] bekannt, dass es um die finanzielle Situation von Virgin Orbit schlechter stand als zuvor angenommen. Damals hieĂ es, dass dem Unternehmen bereits im MĂ€rz das Geld ausgehen könnte. Die Prognosen erwiesen sich als richtig â Mitte MĂ€rz kĂŒndigte das Unternehmen eine einwöchige Betriebspause an [2], um nach einer neuen Finanzierung zu suchen.
Nach der Pause von einer Woche und Verhandlungen mit Investoren nahm Virgin Orbit den Betrieb schrittweise wieder auf [3]. Zu dem Zeitpunkt wurden bereits NotfallplĂ€ne fĂŒr eine mögliche Insolvenz vom Unternehmen beauftragt â obwohl man scheinbar kurz vor einem Deal ĂŒber 200 Millionen Dollar mit dem Risikokapitalgeber Matthew Brown stand. Ende MĂ€rz entlieĂ das Unternehmen dann zur möglichen Rettung 85 Prozent seiner Belegschaft [4]. Eine Woche spĂ€ter folgte die Insolvenzanmeldung [5].
Betriebseinstellung trotz "Chapter 11"
In dem nun laut Pressemitteilung [6] nach "Chapter 11" des U.S. Bankruptcy Code abgeschlossenen Verfahren wurde der Erlös der Vermögenswerte "durch ein strenges und wettbewerbsorientiertes Auktionsverfahren ermittelt, das den Wert fĂŒr den Nachlass maximiert und die verbleibende Dauer der Umstrukturierung des Unternehmens minimiert". Das Verfahren wurde am 4. April mit dem freiwilligen Antrag auf Insolvenz beim States Bankruptcy Court im District of Delaware eingereicht. Der Abschluss des Verfahrens ist fĂŒr den heutigen 24. Mai 2023 anberaumt. Insgesamt vier Bieter sollen die Vermögenswerte ĂŒbernommen haben, darunter drei kommerzielle Raumfahrtunternehmen: Rocket Lab, Stratolaunch und Launcher, eine Tochtergesellschaft von Vast Space.
Das Verfahren nach "Chapter 11" fĂŒhrt nach dem US-Gesetz zu einer beaufsichtigten Insolvenz, bei dem das betroffene Unternehmen in der Regel versucht, weiterhin im GeschĂ€ft zu bleiben. Die hĂ€ufigere Variante, "Chapter 7", endet mit der Liquidation und sofortigen VerĂ€uĂerung der Unternehmenswerte zur Bedienung der GlĂ€ubiger. Trotz der freiwilligen Insolvenz und möglichen FortfĂŒhrung von Virgin Orbit, entschied sich das Unternehmen demnach fĂŒr Einstellung des Betriebs.
(bme [8])
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[2] https://www.heise.de/news/Raumfahrt-Virgin-Orbit-unter-finanziellem-Druck-Betriebspause-7547676.html
[3] https://www.heise.de/news/Virgin-Orbit-nimmt-Betrieb-nach-einwoechiger-Pause-wieder-auf-7615790.html
[4] https://www.heise.de/news/Virgin-Orbit-entlaesst-85-Prozent-seiner-Belegschaft-8311511.html
[5] https://www.heise.de/news/Raumfahrtunternehmen-Virgin-Orbit-meldet-Insolvenz-an-8515979.html
[6] https://investors.virginorbit.com/news-events/press-releases/detail/74/statement-regarding-virgin-orbit
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