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Richtfest fĂŒr zweites AMD-Werk in Dresden

Andreas Wilkens

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices prÀsentierte heute die Baufortschritte bei der Fab36.

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD [1]) hat heute in Dresden kurz vor dem Richtfest [2] mit Bundeskanzler Gerhard Schröder die Baufortschritte beim neuen Werk fĂŒr 300-mm-Wafer fĂŒr 64-Bit-Prozessoren prĂ€sentiert. Die neue Fab36 werde eine bedeutende Rolle spielen, um die FertigungskapazitĂ€ten auf Weltklasse-Niveau zu erweitern, sagte AMD-PrĂ€sident Hector Ruiz.

Der Bundeskanzler betonte, mit diesem Projekt sei widerlegt worden, was man Deutschland vorwerfe. "Von BĂŒrokratie ist hier keine Rede", sagte er laut dpa. Wichtig sei das Engagement der Menschen gewesen, etwas erreichen zu wollen. In die bereits zweite AMD-Fabrik in Dresden werden rund 2,4 Milliarden Euro investiert. Die Investition von AMD in Sachsen gehört zu den grĂ¶ĂŸten in den vergangenen zehn Jahren in den neuen BundeslĂ€ndern. Bund und Land Sachsen fördern die Fabrik mit rund 544 Millionen Euro.

Zugesagte Hilfen fĂŒr Investoren werden nach den Worten des Bundeskanzlers geleistet. "Bei der Gemeinschaftsaufgabe werden die Mittel nicht in dem Maße, wie das diskutiert worden ist, zurĂŒckgefahren", sagte Schröder. "Die derzeitigen Debatten haben etwas mit der gelegentlichen Undurchschaubarkeit der Haushaltsregeln zu tun." FĂŒr 2005 seien bereits mehr als 600 Millionen Euro rechtlich gebunden, "Die stehen dem Finanzminister, auch wenn er es wollte, nicht mehr zu VerfĂŒgung."

Schröder verwies darauf, dass den neuen BundeslĂ€ndern bis 2019 rund 156 Milliarden Euro im Solidarpakt zur VerfĂŒgung stehen. Über die Verwendung von 100 Milliarden Euro könnten die neuen LĂ€nder selbst entscheiden. "Beim Rest mĂŒssen wir uns zusammensetzen."

Sachsens MinisterprĂ€sident Georg Milbradt betonte, dass AMD ein herausragendes Beispiel dafĂŒr sei, was Bund und LĂ€nder beim Aufbau Ost gemeinsam leisten können. "Deshalb plĂ€diere ich dafĂŒr, diese Gemeinschaftsaufgabe -- so wie im Solidarpakt festgeschrieben -- auch weiterhin fortzusetzen", sagte Milbradt. "Sachsen war immer in der Lage, diese Investitionsmittel sinnvoll einzusetzen."

"Die neue Fab werde dazu beitragen, die erforderlichen KapazitÀten zu liefern, um den Bedarf der Kunden zu decken", sagte AMD-Chef Ruiz. Das gesamte Projekt liege im Zeit- und Finanzplan.

Die Dresdner Fab30 produziert seit Juni 2000 AMDs Athlon-Prozessoren. Mittlerweile stellt AMD in Dresden bereits alle modernen Prozessoren in 130-Nanometer-Technik her, auch die Opteron- und Athlon-64-CPUs. Die 90-Nanometer-Prozessentwicklung erfolgt ebenfalls in der Dresdner Fab30. In der Fab36 sollen nach der Inbetriebnahme neue Generationen von 64-Bit-Mikroprozessoren auf 300-mm-Wafern gefertigt werden.

Erst im vergangenen November war der erste Spatenstich [3] fĂŒr die Fab 36 gefeiert worden. Die ersten 300-Millimeter-Siliziumwafer zu Testzwecken sollen Mitte nĂ€chsten Jahres vorliegen. Im ersten Halbjahr 2006 sollen die ersten Produkte an die Kunden gehen. Mit einer Startproduktion von rund 20.000 Wafern pro Monat wird gerechnet. Bis 2007 werden nach Unternehmensangaben insgesamt rund 1000 neue Stellen geschaffen. AMD rechnet mit weiteren 1300 indirekten ArbeitsplĂ€tzen.

In Dresden und Umgebung arbeiten rund 760 Mikroelektronikunternehmen mit rund 7000 BeschÀftigten. (anw [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-98697

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.amd.com
[2] https://www.heise.de/news/AMD-Richtfest-in-Dresden-am-17-Mai-96971.html
[3] https://www.heise.de/news/AMD-investiert-Milliarden-in-Dresden-88949.html
[4] mailto:anw@heise.de