Sonicblue sucht Schutz vor GlÀubigern
Der Hersteller des digitalen Videorekorders ReplayTV hat GlÀubigerschutz nach Chapter 11 beantragt
Der Hersteller des digitalen Videorekorders ReplayTV, Sonicblue [1], will sich reorganisieren. Darum hat das Unternehmen beim U.S. Bankruptcy Court in San Jose GlĂ€ubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Dadurch will Sonicblue Zeit gewinnen, um seine Haupttochtergesellschaften verkaufen zu können. Die Transaktionen sollen im April abgeschlossen sein. Die japanische D&M Holdings bietet 40 Millionen US-Dollar fĂŒr die Sparten Rio und Replay TV, heiĂt es in Medienberichten.
Sonicblue hatte vor zwei Tagen einen Umsatz von 67 Millionen US-Dollar fĂŒr das vierte Quartal gemeldet. Im Vergleichsquartal des Vorjahres betrug der Umsatz 80 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust habe 33,4 Millionen US-Dollar betragen gegenĂŒber 52 Millionen US-Dollar vor einem Jahr. Die Verbindlichkeiten betragen rund 305 Millionen US-Dollar und damit ebenso viel wie der Vermögenswert des Unternehmens.
Im Jahr 2001 klagten TV-Sender und Filmstudios gegen SonicBlue, weil sie meinen, der ReplayTV-Recorder sowie mit dem GerĂ€t angebotene Dienstleistungen trĂŒgen zu Urheberrechtsverletzungen bei. Mit den Nutzungsprotokollen wollten die KlĂ€ger herausfinden, in welchem MaĂe der ReplayTV 4000 den Konsumenten das Stehlen von Filmen und Fernsehsendungen ermögliche. SonicBlue hatte entgegnet, das GerĂ€t erfasse solche Daten nicht. Daraufhin hatte der Richter angeordnet [2], dass das beklagte Unternehmen eine Software zu erstellen habe, die jeden Klick auf der Fernbedienung eines Kunden protokolliere. Diese Entscheidung wurde durch ein Bundesgericht in Los Angeles verworfen [3]. (anw [4])
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[2] https://www.heise.de/news/SonicBlue-muss-Kunden-ausspionieren-57773.html
[3] https://www.heise.de/news/SonicBlue-muss-Kunden-doch-nicht-ausspionieren-64392.html
[4] mailto:anw@heise.de
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