US-Verteidigungsministerium will Schutz vor Computer-Eindringlingen verbessern
Nachdem bekannt wurde, dass Eindringlinge Daten ĂŒber ein Kampfflugzeug aus dem Netz des Verteidiungsministeriums gestohlen haben sollen, werden nun weitere PlĂ€ne zur Verbesserung der Cybersicherheit bekannt.
Die US-amerikanische Regierung plant ein neues militĂ€risches Kommando, das den Schutz der Computernetze des Verteidigungsministeriums koordinieren soll. Insbesondere gehe es dabei um den Schutz vor Eindringlingen aus LĂ€ndern wie China und Russland, berichtet Wall Street Journal. Am gestrigen Dienstag war bekannt geworden [1], dass Spione in das Computernetz des Pentagons eingedrungen sein und groĂe Mengen an Daten zur Entwicklung des Kampfflugzeugs F-35 Lightning II [2] abgezogen haben sollen. Allerdings seien die wichtigsten Daten wie zum Beispiel zur Flugkontrolle und zu Sensoren auf Computern gespeichert, die nicht vernetzt seien. Die chinesische Regierung hat laut US-Medienberichten den Verdacht von sich gewiesen, sie sei in mögliche DatendiebstĂ€hle in den USA verwickelt.
Laut Wall Street Journal sollen bereits im Jahr 2007 bis ins vergangene Jahr hinein Eindringlinge versucht haben, an Daten zum F-35-Projekt zu gelangen. Sie seien insbesondere an Informationen zum Design des Flugzeugs, an Leistungsstatistiken und an elektronischen Systemen interessiert gewesen, hĂ€tten frĂŒhere Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums gesagt. Der fĂŒr die Regierungskontrolle zustĂ€ndige ReprĂ€sentantenhausausschuss hat laut dem Bericht bereits das Verteidigungsministerium zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mit 300 Milliarden US-Dollar handelt es sich beim F-35 Lightning II um das bisher teuerste Projekt des US-Verteidigungsministeriums. Das Ministerium und das fĂŒr die Entwicklung des Flugzeugs verantwortliche Unternehmen Lockheed Martin haben dementiert, dass geheime Daten gestohlen worden seien.
US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte in einem Fernsehinterview [3] des Senders CBS auf Fragen nach der Sicherheit des F-35-Projekts, er glaube weiterhin, dass dessen sensitive Bestandteile sicher seien. Auf die USA wĂŒrden, wie auf jedes Land, stĂ€ndig virtuelle Angriffe ausgefĂŒhrt, sagte Gates weiter. Er plane, die Zahl der Sicherheitsexperten zu vervierfachen und den Etat hier zu erhöhen, auch um den oft schwer auszumachenden Startpunkten der Angriffe auf die Spur zu kommen.
Nachdem Ende 2008 eine ĂŒberparteiliche Kommission dem US-PrĂ€sidenten die Einrichtung einer nationalen Behörde fĂŒr Cyberspace empfahl [4] und zwei Senatoren einen neuen Posten des National Cybersecurity Advisor im Executive Office des US-PrĂ€sidenten forderten [5], wird damit gerechnet, dass das WeiĂe Haus demnĂ€chst tĂ€tig wird. AuĂerdem könnte die US-Regierung den Etat fĂŒr ein noch unter Obamas VorgĂ€nger George W. Bush initiiertes 17 Milliarden US-Dollar teures Programm fĂŒr mehr Cybersicherheit [6] aufstocken.
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(anw [8])
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[1] https://www.heise.de/news/Datenklau-bei-US-Kampfjet-Projekt-214292.html
[2] http://www.jsf.mil/
[3] http://www.cbsnews.com/stories/2009/04/21/tech/main4959079.shtml?tag=topHome;topStories
[4] https://www.heise.de/news/US-Kommission-empfiehlt-Obama-nationale-Behoerde-fuer-Cyberspace-187975.html
[5] https://www.heise.de/news/Das-Weisse-Haus-soll-US-Computersicherheit-ueberwachen-208436.html
[6] https://www.heise.de/news/USA-Milliardenschwere-Verstaerkung-der-Cybersicherheit-188574.html
[7] https://www.heise.de/news/Datenklau-bei-US-Kampfjet-Projekt-214292.html
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