Zu teuer, zu wenig divers: Apple will sich angeblich vom Silicon Valley lösen

Apples Firmenzentrale Apple Park in Cupertino.
(Bild: Apple)
Apple baut BĂŒros in anderen Regionen aus, Cupertino gilt selbst fĂŒr Gutverdiener als kaum mehr bezahlbar. Manche Mitarbeiter fordern dauerhaftes Homeoffice.
Apples Top-Management hat sich angeblich lange dagegen gestrĂ€ubt, das in Silicon Valley verwurzelte Unternehmen zu dezentralisieren. Die exorbitant hohen Lebenshaltungskosten rund um die Firmenzentrale Apple Park in Cupertino, das selbst fĂŒr gut verdienende Entwickler lĂ€ngst als viel zu teuer gilt [1], hĂ€tten bereits dazu gefĂŒhrt, dass talentierte Mitarbeiter abgewandert seien.
Zudem könne der Konzern seine DiversitĂ€tsziele so nicht erreichen, wie Bloomberg berichtet [2]. Apple habe lange unter der PrĂ€misse operiert, die besten Mitarbeiter wĂ€ren jederzeit gewillt, ins Silicon Valley umzusiedeln â inzwischen setze hier aber ein Umdenken ein.
Weitere FirmengelÀnde in Arbeit
Einzelne Apple-Manager blicken offensichtlich schon lĂ€nger auf andere Regionen, so eröffnet Apple immer mehr BĂŒros in anderen StĂ€dten und LĂ€ndern. Besonders die Chip-Entwicklung scheint bereits global verteilt, mit BĂŒros unter anderem in MĂŒnchen: Die Stadt und Umgebung sollen zu europĂ€ischen Zentrum fĂŒr Apples Chip-Design ausgebaut werden [3], hieĂ es im MĂ€rz.
Das Unternehmen errichtet inzwischen mit Milliardeninvestitionen einen weiteren Campus in Austin, Texas auf, auch ein drittes groĂes FirmengelĂ€nde in North Carolina ist geplant [4], es soll im sogenannten Forschungsdreieck ("Research Triangle") in der NĂ€he der StĂ€dte Raleigh und Durham errichtet werden.
Kein dauerhaftes Homeoffice
An einer BĂŒropflicht scheint Apple vorerst allerdings festzuhalten [6]: Nach dem Pandemie-Homeoffice mĂŒssen Mitarbeiter ab September wieder fĂŒr mindestens drei feste Tage pro Woche an ihre FirmenarbeitsplĂ€tze zurĂŒckkehren, wie zuletzt angekĂŒndigt wurde. Trotz internem Widerstand scheint das Unternehmen daran festzuhalten.
Bei manchen Mitarbeitern fĂŒhrt das nach der langen Zuhause-Zeit zu VerĂ€rgerung und Bedenken â sowie der bleibenden Forderung nach mehr FlexibilitĂ€t und eine dauerhafte Homeoffice-Option. Ungewöhnlich ist, dass erstmals Apple-Mitarbeiter:innen sich auch öffentlich in sozialen Medien zum Thema Ă€uĂern â bislang wurde so etwas in dem auf Verschwiegenheit pochenden Konzern gewöhnlich nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand nach auĂen getragen.
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Die Apple-Nachfolge-Debatte: Wer kommt nach Tim Cook?
(lbe [7])
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[1] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-Ingenieure-koennen-sich-Cupertino-nicht-mehr-leisten-3970236.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2021-07-04/apple-hq-is-no-longer-the-center-of-the-company-s-universe-kqpi2879
[3] https://www.heise.de/news/Apple-will-eine-Milliarde-Euro-in-Deutschland-investieren-5076413.html
[4] https://www.heise.de/news/430-Milliarden-US-Dollar-Apple-stockt-US-Investition-auf-6028676.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] https://www.heise.de/news/Apple-ruft-Heimarbeiter-zurueck-ins-Buero-6061663.html
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