Das Netzwerk-Dateisystem NFSv4

Seite 4: NFSv4 und die Betriebssysteme

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Die erste Referenzimplementierung für Linux stammt von der CITI-Gruppe an der University of Michigan und ist mittlerweile Bestandteil des Linux-Kernels. Seit 2004 versteht der Linux-Kernel (2.6.4) die grundlegenden NFSv4-Operationen sowie die Authentifizierung per Kerberos (krb5/krb5i). Ab Version 2.6.18 verschlüsselt Linux die NFSv4-Anfragen (krb5p; siehe Feature-Liste). Der NFS-Kernelserver unter Linux liefert Daten sowohl per NFSv3 als auch über die neue Version aus. Welches Protokoll er für Freigaben wählt, bestimmen die Optionen der Einrichtungsdatei (siehe NFSv4 unter Linux).

Den Netzwerkpfad des NFS-Servers bildet der Maestro-Client unter Windows auf einen Laufwerksbuchstaben ab.

Für die alte NFS-Version (NFSv3) stellt das Microsoft-Betriebssystem einen eigenen Client bereit, der sich unter XP im Paket „Microsoft Windows Services for UNIX“ versteckt. Unter Vista (Ultimate/Enterprise) nennt er sich „Subsystem for UNIX-based Applications“. Mit NFSv4 versteht er sich unterdessen nicht. Der einzige NFSv4-Client für Windows kommt von Hummingbird, die auch einen NFSv4-Server für Windows anbieten. Der NFS Maestro Client/Solo kostet zwar Lizenzgebühren, kann aber nach einer Anmeldung 60 Tage lang kostenlos getestet werden.

Die Software klemmt sich an die aktive Netzwerkverbindung, stellt verschiedene Hilfen für die Verbindungseinrichtung bereit und besitzt einen NFS-Browser, der im LAN aktive Server zeigt. Per Vorgabe deaktiviert die Client-Software NFSv4, was sich über die Eigenschaften der aktiven LAN-Verbindung ändern lässt. Der Client authentifiziert sich per Kerberos und LIPKEY.

Die University of Michigan hat bereits 2004 einen Kombi-Client für FreeBSD und Mac OS X veröffentlicht, der sich im Repository der BSD-Distribution findet. Auch für OpenBSD und NetBSD stehen Clients und Server bereit. Für Mac OS X (PPC und Intel) finden sich bei der University of Guelph ein NFSv4-Client und dessen Quelltexte. Apple selbst baut bislang nur Clients und Server für NFSv3 in sein Betriebssystem ein.

Suns Betriebssystem besitzt dank der Entwicklungsarbeit des Herstellers aktuelle Clients und Server fĂĽr das Netzwerkdateisystem. Auf OpenSolaris und dem kommerziellen Solaris 10 stehen bereits Programme fĂĽr die NFS-Version 4.1 bereit, die NFS-Sitzungen, Verzeichnisdelegation und paralleles NFS (pNFS) beherrschen.