Kurztest: Die neue VPN-Konfiguration der Fritz!Box

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In ersten Tests funktionierte der VPN-Server reibungslos und baute wie erwartet verschlüsselte IPSec-Verbindnungen auf. Zu wünschen bleiben aber noch einige Kleinigkeiten. So wäre es hilfreich, wenn der Einrichtungsassistent darauf aufmerksam machen würde, wenn die Fritz!Box nicht anhand eines Domainnamens aus dem Internet erreichbar ist – sei es über den MyFritz!-Dienst oder mittels DynDNS. Hat man diese Konfigurationsschritte nicht erledigt, zeigt das Fenster mit den Client-VPN-Einstellungen nur die aktuelle IP-Adresse des Routers an. Und die ändert sich ja bei Anschlüssen mit dynamisch wechselnden IP-Adressen spätestens bei der nächsten Einwahl, sodass man sie dann nicht mehr anhand der IP-Adresse erreicht. Über MyFritz! oder DynDNS ließ sich die 7490 natürlich wie erwartet reibungslos erreichen.

Die neue VPN-Konfiguration gründet unter anderem darauf, dass man aus dem Browser heraus Benutzer eintragen und diverse Zugriffsrechte zuweisen kann. Nur das Benutzerpasswort lässt sich frei wählen; den benutzerspezifischen PreShared-Key legt die Fritz!Box selbst fest.

Hilfreich wäre auch eine kleine Überarbeitung der VPN-Oberfläche, denn im Menü "Freigaben", "VPN" führt AVM zwar Editier-Buttons zu jedem Benutzerprofil auf, aber man klickt vergebens drauf: die Profile lassen sich von dort aus nicht zum Bearbeiten öffnen. AVM meldete auf Nachfrage, dass man dort nur LAN-LAN-Verbindungen und Verbindungen zu einem Firmennetzwerk editieren kann. Und Benutzerprofile lassen sich nur über das Menü "System", "Fritz!Box-Benutzer" konfigurieren. Importierte VPN-Verbindungen können gar nicht konfiguriert werden, diese lassen sich lediglich löschen.

Unterm Strich gefällt aber das neue Verfahren, nicht zuletzt wegen der erweiterten Benutzerkonfiguration. Das neue VPN-Konfigurationsmenü bringt derzeit nur die Fritz!Box 7490 ab der Firmware 5.58-26415 mit; aktuell ist das Release 5.59. Ab dem kommenden Release, das im Laufe des Oktobers erscheinen soll, will AVM auch weitere Fritz!box-Modelle berücksichtigen. Zunächst will das Unternehmen das Modell 7390 auffrischen und dann Schritt für Schritt weitere Modelle. Für einige ältere Fritz!Boxen sind schon Beta-Versionen der Firmwares mit der neuen VPN-Konfiguration erhältlich. Sie stehen im Labor-Bereich des Unternehmens zur Verfügung. Einen ausführlichen Test der Fritz!Box 7490 hat c't in der Ausgabe 22/2013 auf Seite 68 veröffentlicht.

Nach dem Anlagen eines Konfigurationsprofils kann die Fritz!Box die Benutzereinstellungen auf Wunsch in einer übersichtlichen Tabelle einblenden. Die Daten lassen sich auch später noch abrufen. Anders als der Dialog suggeriert, kann man die Einstellungen aber auch für andere Betriebssysteme verwenden.

(dz)