Welche Cloud-Dienste Probleme mit Mac-Dateien haben

Seite 3: Fazit

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Wenn eine dringend benötigte Datei nicht auf den gerade genutzten Mac synchronisiert wurde, weil sie etwa ein Fragezeichen im Namen enthält, ist das sehr ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es, wenn man davon gar nichts erfährt – wie bei einigen Kandidaten der Fall. Auch nicht viel besser: HiDrive und der technisch identische Dienst MagentaCLOUD der Telekom versuchten im Test endlos, eine Datei mit nicht unterstütztem Sonderzeichen im Namen zu synchronisieren.

Viele Tools weisen zwar an der ein oder anderen Stelle darauf hin, welche Dateien wegen Sonderzeichen im Dateinamen nicht synchronisiert wurden, aber zum Teil sehr versteckt, etwa im MenĂĽleisten-Symbol, in einer Mitteilung, im Programmfenster oder gar auf der Website, wie bei Dropbox (siehe Tabelle).

Ein kleines Badge am Dateisymbol wäre beispielsweise wünschenswert, doch das zeigen nur vier Dienste an. Ideal fänden wir, wenn die Dienste an allen möglichen Stellen darauf hinweisen würden, was sie nicht synchronisiert haben, oder wenn man konfigurieren könnte, was sie wo anzeigen.

ownCloud unterstĂĽtzt zwar nicht alle Sonderzeichen in Dateinamen, weist aber vorbildlich an mehreren Stellen auf die Probleme hin.
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So haben wir getestet

Um einheitliche Testbedingungen für alle Lösungen zu schaffen, haben wir einen Testordner vorbereitet, der diverse Dateien mit Sonderzeichen sowie Objekte mit besonderen Attributen wie Kommentaren oder Tags (siehe Tabellen) enthielt. Diesen Ordner haben wir mit der Tastenkombination Cmd+C in die Zwischenablage kopiert und mit Cmd+Alt+Shift+V in den überwachten Ordner des Sync-Tools eingefügt. Cmd+Alt+Shift+V steht im Finder für „Exakt einsetzen“ und kopiert Dateien mit allen Rechtezuweisungen.

Beim herkömmlichen Kopieren passt der Finder die Rechte bei Bedarf an. Zu guter Letzt schauten wir, welche Dateien und Attribute auf einem zweiten Mac tatsächlich ankamen.

Mit Einschränkungen bei den Dateinamen kann man sich meistens arrangieren – wenn man von ihnen weiß. Wer Finder-Tags mit einem Cloud-Dienst nutzen möchte, kann derzeit nur iCloud Drive oder Dropbox nutzen. Datei-Kommentare synchronisierte im Test sogar nur Dropbox zuverlässig. Überraschenderweise musste hier selbst iCloud Drive von Apple passen. Kein Programm/Dienst wies im Test explizit darauf hin, dass solche Metadaten bei der Synchronisation nicht auf andere Macs übertragen werden.

Mit Hilfe eines Test-Ordners, der viele macOS-Spezialitäten enthält, haben wir insgesamt 22 Sync-Lösungen untersucht.

Wer einzelne Apps, Shell-Skripte oder AppleScript-Programme stets in der aktuellen Fassung bei sich haben möchte, kann sich auf weit mehr Dienste verlassen. Benutzerdefinierte Ordner-Icons übertrug kein einziger Cloud-Dienst, das schafften nur Datei-Synchronisierer wie ChronoSync oder Sync Folders Pro.

Noch ein wichtiger Hinweis fĂĽr Anwender, die ihre Daten auch mit Windows synchronisieren: Dropbox erlaubt zum Beispiel am Mac mehr Sonderzeichen als unter Windows. Dateien und Ordner mit dort nicht unterstĂĽtzten Zeichen synchronisierte der Dienst nicht auf PCs, jedoch weiterhin zwischen Macs.

Die Testergebnisse (alle Details siehe Tabelle) haben uns überrascht. Die Einschränkungen der Dienste sind nicht nur für erfahrene Anwender relevant. Jeder Mac-Nutzer ist es gewohnt, dass das Betriebssystem ihn bei der Benennung von Dateien – abgesehen vom Doppelpunkt – nicht weiter einschränkt. Deshalb sollte man das Gleiche auch von Cloud-Diensten erwarten können.

Nun bleibt zu hoffen, dass die Anbieter ihre Lösungen verbessern. (wre)