Teredo bohrt IPv6-Tunnel durch Firewalls
Seite 5: Teredo blockieren
Rechner mit aktiven Teredo-Tunneln sind wie alle IPv6-Rechner weltweit erreichbar. IPv6 benötigt schlicht keine Netwerk Address Translation, die im IPv4-Netzwerken eine gewissen Schutz für Angriffen bietet. Teredo umgeht jedoch diese vermeintliche Schutzfunktion. Allerdings bringt beispielweise ein Windows XP von Hause aus keine IPv6-tauglichen Server-Dienste mit und ist von dieser Seite relativ sicher vor Angreifern. Vistas Firewall berücksichtigt auch den eingehenden IPv6-Verkehr, den sie in der Standardeinstellung blockiert. Läuft die Vista-Firewall nicht, stoppt das Betriebssystem automatisch den Teredo-Tunnel. Betriebssysteme wie Linux benötigen hingegen einen zusätzlichen Paketfilter (ip6tables), der Serverdienste auf dem Rechner schützt oder den Verkehr ins LAN kontrolliert.
Teredo lässt sich unter Windows zudem mit dem Befehl netsh interface ipv6 set teredo disable deaktivieren. Vistas grundsätzliche IPv6-Tauglichkeit bleibt dabei erhalten. Misstrauische Naturen können jedoch IPv6 und damit auch Teredo über die Eigenschaften der Netzwerkkarte vollständig deaktivieren.
Teredo sperren in der Fritz!Box
Teredo auf dem Router zu sperren, ist ganz einfach: Man blockiert den Datenverkehr auf UDP-Port 3544 und unterbindet so die Kommunikation mit dem Teredo-Server. Bei professionellen Firewalls ist das kein Problem, und auch die meisten Heim-Router bieten einen Paketfilter, in dem sich der UDP-Port blockieren lässt. Nicht so die Fritz!Box, die zwar einen Paketfilter enthält, dessen Konfiguration aber nicht über die Web-Oberfläche im Browser anbietet. Daher ist etwas Fummelei per telnet nötig. Wer sich mit Kommandozeilen und dem Editor vi gar nicht auskennt, sollte unbedingt die Finger davon lassen. Um bei einem Fehler die funktionierende Konfiguration wiederherstellen zu können, sichert man sie zuerst über das Web-Interface in eine Datei (Einstellungen -> System -> Einstellungen sichern).
Dann schaltet man den Telnetserver frei, indem man auf einem an der Fritzbox angeschlossenen Telefon die magische Kombination #96*7* wählt. Die Box quittiert das bei Erfolg mit einem einsekündigen Dauertuten. Auf den freigeschalteten Server greift man dann mit dem Befehl telnet fritz.box zu. Unter Windows Vista muss dazu das telnet-Programm nachinstalliert werden, die anderen Systeme bringen es ohne Weiteres mit.
Auf der Kommanozeile lädt der Befehl nvi /var/flash/ar7.cgf die zentrale Konfigurationsdatei in den vi-ähnlichen Editor. Dort sucht man nach dem Wort "dslifaces". In diesem Bereich gibt es nach ungefähr 30 Zeilen zwei Einträge "accesslist", einen unter "lowinput" und einen unter "highoutput". In beide fügt man als vorletzte Zeile "reject udp any any eq 3544", ein. Das bedeutet, dass Pakete verworfen werden, und zwar UDP-Pakete von allen Adressen an alle Adressen sofern der Zeilport gleich 3544 ist. Der Sender erhält per ICMP eine Fehlermeldung. Nach dem Speichern der Datei gilt es nun, mit dem Befehl ar7cfgchanged die Konfiguration neu zu laden. Einzelne Meldungen wie "websrv: not found" oder "checkempty: No such file" sind dabei normal. Eine wesentlich längere Liste deutet jedoch auf einen Fehler beim Editieren der Datei hin.
Nun sollte ein Check des Teredo-Status auf einem PC im LAN (netsh interface ipv6 show teredo) zur Meldung
Status : offline
Fehler : Sekundäre Serveradresse ist nicht erreichbar
fĂĽhren. Wenn alles geklappt hat, schaltet man den Telnet-Server mit der Wahl #96*8* wieder ab. (rek)