Windows-Netzwerkeinstellungen einfach umschalten
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Netzwerk-Befehlsshell
Das zentrale Programm zum Automatisieren der Netzwerkumschaltung heißt "Netzwerkbefehlsshell", kurz netsh.exe. Es erfordert Schreibrechte auf die Netzwerkkonfiguration (siehe TCPIP umstellen). Ohne Parameter gestartet, erwartet netsh Kommandozeilen und zeigt oder ändert die Einstellungen entsprechend. Wer damit experimentieren möchte, kann mit dem Befehl "help" Hilfe anfordern. Einen einzelnen Befehl nimmt netsh auch auf der Kommandozeile an. Für das Sichern aller TCP/IP-Einstellungen in die Datei LAN.netsh genügt daher die Zeile
netsh interface ip dump >LAN.netsh
Um diesen Zustand wieder herzustellen, verfĂĽttert man die so erzeugte Datei an netsh:
netsh -f LAN.netsh
Ohne Abmelden oder Neustart sind dann wieder die zuvor gesicherten TCP/IP-Einstellungen aktiv. Hat man so auf die automatische Konfiguration per DHCP umgeschaltet, dauert es noch einige Sekunden, bis Windows sich alle Einstellungen besorgt hat.
Die Dateierweiterung .netsh ist willkürlich gewählt. Wir stellen in einem drei 3 kByte kleinen ZIP-Verzeichnis eine Batch-Datei zum Download zur Verfügung, die alle TCP/IP-Einstellungen sichert und die Erweiterung so mit netsh verknüpft, dass ein Doppelklick auf eine .netsh-Datei genügt, um TCP/IP in den zuvor gesicherten Zustand zu versetzen.
Oft unterscheiden sich Netzwerke auch in dem, was Windows als "Interneteinstellungen" zusammenfasst, also vor allem den Proxy-Einstellungen. Die könnte man aus der Registry in eine zweite Datei exportieren und getrennt wieder importieren – und sich damit bei jedem Umschalten zusätzliches Geklicke einhandeln.
Die Lösung liegt auf der Hand, nämlich ein kleines Skript, das alles einliest. Damit kämen schon drei Dateien zusammen: das Skript, netsh-Input und Proxy-Konfiguration. Wenn eine verloren geht, klappt das Umschalten nicht mehr. Doch mit ein wenig Batch-Magie lässt sich alles in einem Skript zusammenfassen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass sich die Netzwerkeinstellungen sogar auf einem anderen Rechner klonen lassen, indem der Admin einfach die alles enthaltende Skript-Datei überträgt und aufruft. Als einzige Voraussetzung müssen die Netzwerkverbindungen auf beiden PCs gleich heißen. Das ist aber normalerweise der Fall, denn kaum jemand gibt seiner "LAN-Verbindung" oder der "Drahtlosen Netzwerkverbindung" einen anderen Namen.
In dem ZIP-File steht unser Skript "Netzwerkkonfiguration sichern.cmd" zur VerfĂĽgung. Auf Doppelklick fragt es nach einem Namen fĂĽr die aktuell eingerichtete Konfiguration und erstellt dann eine neue Batch-Datei, die beim Aufruf die Einstellungen wiederherstellt, die beim Erstellen aktiv waren. Dabei berĂĽcksichtigt es die TCP/IP-Konfiguration aller Netzwerkschnittstellen und die Internet-Explorer-Proxy-Konfiguration.
Die Skripte mit den Einstellungen schreibt das "Sichern"-Skript in das Verzeichnis, in dem es selbst liegt. Je nach persönlicher Vorliebe kopieren Sie es also einfach auf den Desktop, in einen Ordner des Startmenüs (das Skript selbst, keine Verknüpfung) oder in ein gewöhnliches Verzeichnis. Um dann mit einem Klick umzuschalten, richten Sie diesen Ordner als "Symbolleiste" in der Taskleiste ein. Dazu klicken Sie rechts auf die Taskleiste, wählen "Symbolleisten" und "Neue Symbolleiste" und klicken sich dann zu dem Ordner durch, der das Skript enthält. Als Administrator fremder Notebooks können Sie weniger bewanderten Mitarbeitern einen Satz vorgefertigter Einstellungen auf das Notebook spielen, aus denen diese dann unterwegs die richtige aktivieren.
Wer damit zufrieden ist, braucht hier nicht weiterzulesen. Für Neugierige halten wir auf den Folgeseiten eine Erläuterung, wie das Zusammenführen von Batch-Skript und Daten in einer Datei funktioniert und das zugehörige Listing bereit.
TCP/IP umstellen ohne Administratorrechte
Eingeschränkte Benutzer dürfen die TCP/IP-Konfiguration nicht ändern. Zumindest unter XP Professional brauchen sie dafür aber auch nicht die vollen Administratorrechte. Es genügt, das eingeschränkte Konto in die Gruppe der "Netzwerkkonfigurations-Operatoren" einzufügen. Das geht jedoch nicht in der Benutzerverwaltung der Systemsteuerung, sondern über die Computerverwaltung. Sie lässt sich unter anderem über den Kontextmenüeintrag "Verwalten" des Arbeitsplatzes aufrufen. Dort gibt es unter "Lokale Benutzer und Gruppen" eine Liste der Benutzer, aus der der Administrator per Doppelklick den zu ändernden Account auswählt und dann auf dem Reiter "Mitgliedschaft" auf den Knopf "Hinzufügen" klickt. Um in den nächsten Dialog nicht "Netzwerkkonfigurations-Operatoren" eintippen zu müssen, folgt nun ein Klick auf "Erweitert" und dann auf "Jetzt suchen". Dann erscheint eine Liste aller Gruppen, aus der man die Netzwerkkonfigurations-Operatoren auswählt.