c't Fotografie extra 8/2020
S. 60
Montanregion Erzgebirge
Aufmacherbild

ERZGEBIRGE

WELTERBE MONTANREGION

Wer an das Erzgebirge denkt, hat meist Schwibbögen und Räuchermännchen vor Augen. Diese Traditionen stammen aus dem Bergbau, der dort rund 800 Jahre der wichtigste Wirtschaftsfaktor war. Seit 2019 ist die Montanregion als Welterbe anerkannt. Und gerade Fotografen können zwischen Bergstädten und Stollen viele spannende Motive entdecken.

GLÜCK AUF! IM WELTERBE

Mit dem typischen Bergmannsgruß nehme ich Sie heute mit ins Erzgebirge. Wer als Fotograf nach Sachsen reist, besucht meist die sächsische Schweiz oder die Städte Dresden, Meißen oder Leipzig. Das Erzgebirge erscheint daneben wie ein Mauerblümchen und das völlig grundlos. Denn in der Montanregion ist der Name Programm. Reich an Traditionen und geschichtsträchtigen Orten gibt es sowohl für Landschafts- als auch für Architektur-, Industrie- und Stadtaufnahmen reichlich Motive. Begleiten Sie mich auf eine Tour durch die Montanregion und lassen Sie uns gemeinsam einiges davon entdecken.

UNTERTAGE Im gesamten Erzgebirge werden Sie immer wieder Besucherbergwerke entdecken. Informieren Sie sich vorab, ob fotografieren im Rahmen einer Führung möglich ist und welche optionalen Möglichkeiten Sie als Fotograf haben. Einfach zu erreichen ist der hier abgebildete Gößner-Schacht im Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz. Empfehlenswert sind auch die Zinngrube Sauberg in Ehrenfriedersdorf oder das Silberbergwerk Himmelfahrtfundgrube in Freiberg.
TRADITION Der Bergbau erschuf im Erzgebirge die bekannte Lichtertradition, denn die Bergmänner sahen im Winter nie die Sonne. Licht ist aber auch aus psychologischer Sicht für Menschen wichtig. So entstanden Kerzenleuchter, Schwibbögen und Weihnachtspyramiden. Der Schwibbogen stellt das mit Grubenlampen beleuchtete Mundloch eines Schachts dar.

Bereits 1168 wurde in der Nähe der heutigen Stadt Freiberg Silber gefunden und abgebaut. Die Arbeitsbedingungen der frühen Bergleute waren schlecht und gefährlich, Grubenunglücke keine Seltenheit. Besichtigen Sie eines der älteren Bergwerke, beispielsweise den Gößner-Schacht im Annaberger Erzgebirgsmuseum, können Sie sich selbst ein Bild der Arbeitsbedingungen machen – und nebenbei auch noch einige Fotos der Schächte. Im Laufe der Jahrhunderte entstand eine Bergbaulandschaft, die nicht nur die Region entscheidend prägte, sondern auch einen regen Handel weltweit förderte sowie neue hier entwickelte Bergbautechniken verbreitete. Wohlhabende Städte wie Freiberg, Marienberg oder Annaberg entstanden, Burgen und Schlösser wurden gebaut. Dafür sind einige Berge im Erzgebirge heute so durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Manch vergessener Schacht wird bei Gebäudegründungen gefunden und unter der St. Annenkirche in Annaberg liegt bis heute noch Silber, das man nach altem Kirchenrecht jedoch nicht abbauen darf. Während der DDR-Zeit konzentrierte sich der Abbau hauptsächlich auf Uran. Auch dieser Teil der Geschichte ist im Welterbe verankert.

SCHLÖSSER UND KIRCHEN In vielen erzgebirgischen Orten gibt es bemerkenswerte Kirchen, angefangen von Wehrkirchen mit alten Grabsteinen darum, über barocke Kirchen bis hin zu den großen Domen in den Bergstädten. Dazu lassen sich viele restaurierte Burgen finden, wie hier Schloss Schwarzenberg. Empfehlenswert sind auch Schloss Wolkenstein, Burg Scharfenstein oder Schloss Augustusburg.
① Annaberg ② Technisches Museum Frohnau ③ Schwarzenberg ④ Scheibenberg ⑤ Freiberg ⑥ Schneeberg ⑦ Alte Muldebrücke Conradsdorf ⑧ Preßnitztalbahn ⑨ Marienberg ⑩ Wanderweg Grüner Graben

Fotografisch besonders interessant sind neben den Bergstädten einige der sogenannten assoziierten Objekte. Alle von ihnen haben direkt oder indirekt mit dem Bergbau zu tun, beispielsweise das Kalkwerk Lengefeld oder das Bergarbeiterkrankenhaus Erlabrunn. Auf der Website der Montanregion finden Sie eine interaktive Karte sowie Bilder der einzelnen Bestandteile und assoziierten Objekte, sodass Sie diese problemlos recherchieren und finden können.

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