c't 10/2018
S. 183
Spielekritik
Kartentaktik
Aufmacherbild

The Land of Glass

(Dual Wield Software, USK nicht geprüft, 15 €)

In dem Karten- und Rollenspielmix The Land of Glass schickt Dual Wield Software den Spieler auf eine gefährliche Mission: Nachdem ein Experiment mit Reiseportalen schiefgelaufen ist, dringen plötzlich Monster in das Land ein. Ein Magier und ein Krieger müssen nun die sieben Portale schließen, um den Untergang ihrer Welt zu verhindern.

Das Spiel bietet vier Szenarien, die das Geschehen aus den unterschiedlichen Perspektiven der Einheimischen schildern. Am Spielprinzip ändert das nichts: Bei jedem Kampf öffnet sich ein Angriffs- und Verteidigungsraster, auf dem der Spieler seine Karten verteilt. Grundsätzlich gilt, dass der höhere Wert auf der Karte den niedrigeren schlägt. Spezielle Magiekarten werfen Feuerbälle auf den Gegner oder verlangsamen seine Reaktionen. Im Unterschied zu anderen Kartendeckspielen läuft das Geschehen in Echtzeit ab. Deshalb muss der Spieler neben taktischem Geschick auch flinke Finger haben. In Werkstätten kann er neue Karten herstellen oder bei Händlern weitere kaufen.

Als echter Hingucker entpuppt sich die Grafik, die an Glasmalerei erinnert und das Geschehen aus der Vogelperspektive zeigt. Der ungewöhnliche Stil kann aber ein paar Kritikpunkte nicht überdecken: Das Kartenmanagement ist unübersichtlich und die Wege sind vorgegeben. So bleibt in dieser bunter Mosaikwelt nur wenig Platz zum Entdecken. Trotz des simplen, aber cleveren Spielprinzips hätte The Land of Glass noch ein wenig Feinschliff benötigt. (Andreas Müller/hag@ct.de)

spannendes Spielprinzip

originelle Grafik

konfuses Kartenmanagement

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