c't 12/2018
S. 39
News
Apple

Apple: Steuerstreit und Rüffel für Aktienrückkauf

Tadel vom Verbraucherschützer: Ralph Nader hat mehrere Vorschläge, was Apple mit 100 Milliarden US-Dollar anfangen könnte, anstatt eigene Aktien zurückzukaufen. Bild: Don LaVange/cc-by-sa-2.0

Im seit 2016 anhaltenden Steuerstreit mit der EU-Kommission musste Apple eine Niederlage einstecken: Anders als erhofft darf die US-Regierung dem Konzern nicht zur Seite stehen, entschied der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Die höchste Instanz bestätigte damit das vorausgehende Urteil des Gerichts der Europäischen Union (EuG).

Die US-Regierung hatte im April 2017 eingewendet, die von der EU-Kommission geforderte Steuernachzahlung schmälere die Steuereinkünfte der USA und laufe somit bilateralen Steuerabkommen zuwider. Nach Ansicht des EuGH konnte die US-Regierung jedoch nicht belegen, dass sie vom Ausgang der Angelegenheit direkt betroffen ist.

Die EU-Kommission hatte die Steuervereinbarungen zwischen Apple und Irland als unzulässige staatliche Beihilfe gewertet. Irland soll deshalb 13 Milliarden Euro eintreiben. Sowohl Apple als auch Irland fechten die EU-Entscheidung an. Gleichwohl hat das Unternehmen inzwischen mit der Zahlung auf ein Treuhandkonto begonnen und streckt sie über Monate.

Nach der jüngsten US-Steuerreform bringt Apple einen Großteil der im Ausland geparkten Gewinne in die USA und will dort dafür rund 38 Milliarden Dollar an Steuern entrichten. Außerdem will der Konzern eigene Aktien im Wert von 100 Milliarden Dollar zurückkaufen. Das sei gut für die Wirtschaft, argumentierte Apple-Chef Cook, denn Aktionäre würden Steuern auf die Gewinne zahlen, wenn sie Aktien verkaufen.

Der Verbraucherschützer Ralph Nader fordert ihn hingegen auf, Sinnvolleres mit dem Geld zu tun. Nader meint, Aktienrückkäufe der Vergangenheit hätten sich nicht gelohnt. Beispielsweise habe Cisco seinen Börsenwert trotz aufwendiger Rückkäufe bis heute im Vergleich zu März 2000 halbiert –jedoch hingen die Gehälter der Manager an solchen Maßnahmen.

Nader liefert Apple gleich mehrere Vorschläge. Einer davon lautet, die Endkundenpreise zu senken. Zugleich ermahnt Nader Apple: „In den Sechzigern und Siebzigern wären die Margen, die Apple heute verdient, ein Signal für Wettbewerbshüter gewesen, um nach monopolistischen Praktiken oder unerlaubten Marktabsprachen zu suchen.“ Auch könne Apple „mit nur 2 Prozent der Summe einen kompletten Jahreslohn als Bonus für die 350.000 Foxconn-Mitarbeiter“ zahlen, die in China das iPhone zusammenschrauben. (dz@ct.de)

10-GBit-Ethernet für Macs

Eignet sich etwa zur Kopplung an Switche und NAS-Geräte mit 10-GBit/s-Ethernet: Sonnet Solo 10G mit Thunderbolt-3-Port.

Der Zubehörspezialist Sonnet hat einen Ethernet-Adapter mit 10GBase-T-Technik für Macs vorgestellt (10 GBit/s). Der Solo 10G wird über ein 0,5 Meter langes Kabel per Thunderbolt 3 an Macs angeschlossen und eignet sich auch für NBase-T (2,5 und 5 GBit/s) sowie für Audio-Video-Bridging gemäß der IEEE-Spezifikation 802.1Qav.

Kern des Adapters ist der Controller Aquantia AQC-107S. Mit Cat-6A-Kabeln überbrückt er im 10GBase-T-Modus bis zu 100 Meter, mit Cat-6-Kabeln sind es maximal 55 Meter. Das Gerät steckt in einem lüfterlosen Metallgehäuse von 79,5 mm × 114 mm × 27,2 mm Größe und wiegt rund 240 Gramm. Sonnet Solo 10G setzt Macs mit mindestens macOS 10.13.4 voraus und kostet 212 Euro. (dz@ct.de)

Patentstreit um das iPhone-Design

Im Design-Patentstreit um Apples iPhone stehen sich in Kalifornien Apple und Samsung erneut vor Gericht gegenüber. Samsung musste zwar im Jahr 2015 insgesamt rund 550 Millionen US-Dollar an Apple zahlen, doch hatten die Südkoreaner gegen die Höhe der Strafe Widerspruch vor dem Obersten Gerichtshof eingelegt und erreichten einen Verweis zurück nach Kalifornien.

Zum Auftakt fordert Apple eine Milliarde US-Dollar von Samsung. Das sei zwar viel Geld, doch müsse man dies „in seinen Kontext einordnen“. Samsung habe die Patente „Millionen und Millionen und Millionen Mal“ verletzt. Samsung möchte die Strafzahlung hingegen auf höchstens 28 Millionen Dollar reduzieren lassen. Erste Zeugen von Apple argumentierten, das Unternehmen habe für das iPhone sehr viel eingesetzt. Der Vizepräsident für Produktmarketing, Greg Joswiak, sagte, Apple habe für die Entwicklung „alles riskiert, was [uns] damals erfolgreich gemacht hat und die Firma für das iPhone verwettet“.

Samsung hält dagegen, dass Apple versuche, Profite für das ganze Telefon von Samsung abzuziehen. „Doch die Designpatente decken eben nicht das gesamte Telefon ab.“ Apple stehe folgerichtig nur Geld für die Komponenten zu, bei denen Samsung Design-Patente verletzt habe. (dz@ct.de)