Server-Sparbrett
Mainboard für kleine Server und Workstations mit Intel Xeon E-2100
Der Xeon E-2100 ist eng verwandt mit dem Core i-8000, eignet sich mit dem RAM-Fehlerschutz ECC aber besser für Server und Workstations. Fujitsu liefert ein sparsames Mainboard dafür.
Moderne PC-Prozessoren haben ausreichend Rechenleistung für viele Einsatzzwecke von Servern und Workstations. Allerdings wünschen sich viele Administratoren solcher Profi-Rechner Arbeitsspeicher mit dem Fehlerschutz Error Correction Code (ECC), um die Zuverlässigkeit zu steigern. Die ECC-Funktion verweigert Intel jedoch den Desktop-PC-Prozessoren der Familien Core i5 und i7: Stattdessen soll man einen Xeon sowie ein Mainboard mit „C“-Chipsatz kaufen. Von ECC abgesehen gleichen Xeons der neuen Baureihe Xeon E-2100 den Core-i-8000-Chips alias Coffee Lake. Ein kompatibler Untersatz ist beispielsweise das Fujitsu-Mainboard D3644-B12 mit der Fassung LGA1151v2 und dem Chipsatz C246.
Das D3644-B12 ähnelt dem deutlich billigeren D3643-H mit B360-Chipsatz, welches wir in c’t 18/2018 auf Seite 52 vorgestellt haben. Auf dem D3644-B12 kann man aber vier ungepufferte ECC-DIMMs (EUDIMMs) einsetzen und die im C246 eingebaute Fernwartungstechnik Active Management Technology (AMT) nutzen. Außerdem gibt es sechs statt nur vier SATA-6G-Ports sowie eine M.2-Fassung für eine SSD mit PCIe-NVMe-Controller, die gleichzeitig mit sämtlichen SATA-Ports nutzbar ist.
Bisher kann man auf C246-Mainboards maximal 64 GByte Hauptspeicher in Form von vier 16-GByte-Speicherriegeln einsetzen. Man darf keine Registered-DIMMs (RDIMMs) nehmen; Firmen wie Crucial und Kingston liefern kompatible Module. 2019 will Intel auf 32-GByte-(E)UDIMMs für bis zu 128 GByte freigeben; dazu sollen BIOS-Updates kommen.
Ausstattung
Das Fujitsu D3644 zielt eher auf Workstations als auf Server: Es hat einen Soundchip und nur einen Gigabit-Ethernet-(GE-)Chip, stattdessen aber zwei DisplayPorts für Monitore bis hin zur 4K-Auflösung mit 60 Hz. Außerdem beherrscht die Intel-Fernwartung AMT kein IPMI. Serverboards mit IPMI schlucken im Leerlauf aber oft deutlich mehr Leistung als das sparsame Fujitsu D3644-B12 mit nur 7,8 Watt. Unter Linux maßen wir zunächst rund 15 Watt; 9,8 Watt waren es nach dem Einschalten von SATA Link Power Management mit Powertop. Das D3644 bootet ausschließlich im UEFI-Modus, kann also nicht mehr BIOS-kompatibel starten.
Wir haben das D3644-B12 mit dem Sechskerner Xeon E-2146G und 2 × 16 GByte DDR4-2666-Speicher mit ECC getestet. Dabei gab es keine Überraschungen: Der Xeon E-2146G bringt ungefähr dieselbe Leistung wie ein Core i7-8700. Unter Volllast kann die Leistungsaufnahme für rund eine Minute auf bis zu 148 Watt klettern; danach liegt sie bei 127 Watt, wie man es für das CPU-TDP-Limit von 80 Watt erwartet. Auf dem D3644-B12 laufen auch billigere Dual- und Quad-Cores wie Core i3-8100 und Pentium Gold G5400, sogar mit ECC-RAM.
Fazit
Wer einen Server mit IPMI-Fernwartung, mehr als sechs CPU-Kernen oder mehr als 64 GByte Speicher benötigt, muss weiterhin eine teurere Plattform mit Xeon-SP oder AMD Epyc wählen. Für schlankere Server und Workstations ist das Fujitsu D3644-B12 eine gute Basis. Bleibt zu hoffen, dass sich die für 2020 geplante Schließung der Fujitsu-Fertigung in Deutschland nicht auf den langfristigen Support auswirkt. (ciw@ct.de)