A Way Out
Hazelight, USK 18, ca. 30 €
Entwickler Hazelight und Publisher EA schicken die Spieler in ein kooperatives Gangster-Abenteuer, das mit einer packenden Inszenierung und zwei knurrigen Anti-Helden überzeugt.
Das Schicksal führt die beiden Gangster Vincent und Leo im Gefängnis zusammen. Beide beteuern natürlich, dass sie unschuldig sind und wollen so schnell wie möglich raus aus dem Knast. Mit ein wenig Gehirnschmalz und Teamarbeit gelingt das auch, aber die größte Aufgabe steht ihnen noch bevor: Rache am Gangsterboss Harvey, der Leo und Vincent hinter Gitter gebracht hat.
Aus dieser Ausgangslage entspinnt der ehemalige Filmregisseur und jetzige Gamedesigner Josef Fares ein spannendes Gangster-Abenteuer, das sich reichlich an der Filmgeschichte bedient: Flucht aus Alcatraz, Heat, Old Boy und noch ein paar andere Filmklassiker standen Pate bei einer atemberaubenden Gangsterjagd, die mit Splitscreens und Musik Erinnerungen an das Action-Kino der 70er weckt.
Spielerisch wechselt das Geschehen von einfachen Rätselaufgaben zu Schleichpassagen und von Autoverfolgungsjagden zu Schießereien aus der Deckung heraus. Herausfordernd ist das nur selten und meist gelingt die Aufgabe bereits im ersten Versuch. Dagegen gestalten sich die fünf Kapitel durch den ständigen Wechsel der Spielmechaniken sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Das liegt auch an der kurzen Spielzeit von knapp sechs Stunden.
Neben der spannenden Story liegt der Reiz des Gangsterabenteuers im kooperativen Spielprinzip. Ein Mitspieler ist Pflicht, egal ob online oder neben sich auf der Couch. Konsequenterweise verfolgen die Spieler die Handlung meist im Splitscreen. Lobenswert: Zum Spielen wird nur ein Exemplar des Spiels benötigt.
Kommunikation ist bei diesem Konzept Trumpf. Jede Aktion muss abgesprochen werden. Da müssen die Spieler gleichzeitig eine Tür eintreten, im richtigen Rhythmus Wände hochklettern oder einander Feuerschutz geben. Diese Teamarbeit schweißt zusammen und führt in der letzten Mission zu einem emotionalen Höhepunkt.
Dass hier nur ein kleiner Indie-Entwickler dahintersteckt, wird erst bei der Grafik deutlich. Sie kann durch den geringen Detailgrad kaum mit aktuellen Hochglanzproduktionen mithalten. Dafür stimmt das Herz: Vince und Leo sind mit ihren sarkastischen Sprüchen und ihrer langsam aufblühenden Freundschaft zwei Videospielfiguren, die man nicht so schnell vergisst. (Andreas Müller/hag@ct.de)
⇧ packende Inszenierung
⇧ originelles Koop-Konzept
⇧ abwechslungsreich