Celeste
(Matt Makes Games, USK nicht geprüft, 20 €)
Indie-Entwickler Matt Makes Games beweist mit dem Jump’n’ Run-Spiel Celeste, dass sich anspruchsvolle Hüpfeinlagen und eine tiefgründige Story nicht ausschließen müssen. Zusammen mit dem Mädchen Madeleine besteigen die Spieler den titelgebenden Berg Celeste und sterben dabei tausend Tode. Mal sind es tiefe Abgründe, mal ist es eine bewegliche Plattform oder die böse Zwillingsschwester, die Madeleine durch die Abschnitte hetzt.
Die Steuerung ist einfach und sehr präzise. Madeleine rennt, springt und kann sich für kurze Zeit an Wänden festhalten. Mit einem Dash in der Luft kann sie größere Entfernungen überwinden. Auf diese Weise muss sie acht Kapitel überstehen, die in Hunderte von bildschirmgroßen Abschnitten unterteilt sind. Stürzt sie einmal ab, muss sie den Abschnitt neu beginnen. Das kann bei mehrmaligen Versuchen frustrieren, aber mit dem optionalen Hilfemodus wird die Kletterpartie leichter.
Den Berg zu erklimmen und das Unmögliche zu schaffen ist als Metapher für den Seelenzustand der Heldin zu verstehen. Im Laufe des rund zehnstündigen Spiels entpuppt sich ihr Abenteuer als Geschichte über Ängste, an deren Ende die Überwindung aller Selbstzweifel steckt. Ob das nun im Rahmen eines Hüpfspiels tiefgründig oder banal ist, mag jeder Spieler für sich entscheiden. Das herausfordernde Leveldesign und die präzise Steuerung sind dagegen über jeden Zweifel erhaben und dürften Celeste für den Genre-Fan zum Pflichtkauf machen. (Andreas Müller/dahe@ct.de)
⇧ tiefgründige Story
⇧ präzise Steuerung
⇧ komplexes Leveldesign