c't 9/2018
S. 32
News
Kreativ-Anwendungen

Adobe: Video und Audio bearbeiten

In Premiere Pro und After Effects kann man VR-Videos im Raum bearbeiten.

Nutzer von Adobes Videoschnittprogramm Premiere Pro CC können bei der Farbkorrektur im Lumetri-Bedienfeld künstliche Intelligenz nutzen, um auf Knopfdruck die Farbgebung und Lichtgestaltung eines Clips an die eines Referenz-Clips anzupassen. Die Automatik nimmt auf Hauttöne Rücksicht und spiegelt für manuelle Feinjustierung alle Einstellungen in den Farbwählern der Lumetri-Palette wider. Eine Split-Ansicht zeigt zwei Clips nebeneinander.

After Effects CC steuert Objekteigenschaften wie Position, Farbe und Text über sogenannte „Master Properties“. So wirken sich einmal geänderte Werte beispielsweise eines Schriftzugs auf verschiedene Versionen einer Komposition aus. Das „Essential Graphics Panel“ soll nun so gestaltet sein wie andere Creative-Cloud-Anwendungen. Neue Parameter für 2D-Position, Skalierung und Rotation ändern die Eigenschaften von Ebenen und Effekten. Mithilfe der Advanced Puppet Engine aus Photoshop ab CS5 kann man Grafiken nun über Pins verbiegen. In Premiere Pro können Kreative direkt auf animierte Titel des Diensts Adobe Stock zugreifen.

VR-Videos lassen sich in Premiere Pro und After Effects nun direkt mit getragener VR-Brille im virtuellen Raum bearbeiten. Schwebende Paletten zeigen die Clip-Position im 360-Grad-Video und in der Timeline an. So kann man Übergänge gestalten, Effekte einstellen und Ansichten festlegen. Bei der Online-Zusammenarbeit zeigt Premiere Pro, welche Kollegen online sind.

Premiere Pro schickt Projekte auf Wunsch in die Audio-Bearbeitung Audition CC. Das neu eingeführte Auto-Ducking senkt die Lautstärke von Hintergrundmusik ab, um die Dialog-Tonspur des Video-Clips hörbar zu machen. Künstliche Intelligenz soll hier für das richtige Maß sorgen. Über Keyframes kann man das automatische Ducking manuell nachbearbeiten. (akr@ct.de)

CorelDraw für Hobby und Beruf

CorelDraw 2018 spiegelt im Symmetrie-Modus Grafiken entlang mehrerer Achsen.

Die CorelDraw Graphics Suite 2018 bringt eine Reihe neuer Grafikwerkzeuge mit. Im Symmetriemodus lassen sich Achsen anlegen, an denen das Programm gezeichnete Linien spiegelt. Ein neuer Schlagschatten füllt Lücken in Buchstaben, was für Schneidplotter und für den Offsetdruck wichtig ist. Das Wirkungswerkzeug erzeugt parallele oder radiale Strahlen. Der Pointillizer rekonstruiert ein Foto aus vielen Instanzen einer ausgewählten Grafik für einen Raster- oder Siebdruckeffekt.

CorelDraw richtet auf Wunsch die Knoten einer Grafik an Kanten oder Objekte an Strecken aus, etwa um Perlen an einer Schnur aufzureihen. Strichpunktlinien lassen sich nun an Ecken ausrichten. Ein Perspektivwerkzeug verzerrt Bilder, um sie beispielsweise auf eine Litfaßsäule in einem Foto zu platzieren. Ein Projekt-Timer misst auf Wunsch die in eine Grafik investierte Zeit. Entwickler können CorelDraw über Microsoft Visual Basic und nun auch über das Visual Studio for Applications erweitern und automatisieren.

Die Bildbearbeitung Photo-Paint richtet Fotos gerade, wenn der Anwender eine Achse am schiefen Horizont platziert. Ähnlich kann man die Perspektive über Hilfslinien korrigieren. Mit der PhotoCocktail-Funktion lassen sich Fotomosaike bauen. Anzahl der Zeilen und Spalten sowie den Grad der Überblendung kann man dabei einstellen. Web-Grafiken exportiert Photo-Paint direkt nach WordPress, wenn ein Konto und eine Seite hinterlegt sind. Neu im Paket ist der Raw-Entwickler AfterShot 3 inklusive HDR-Modul und Stapelverarbeitung.

Das Paket enthält außerdem 10.000 Clip-Arts, 2000 Fotos, 1000 Schriften und 350 Designvorlagen. Es kostet einmalig 699 Euro oder 239 Euro pro Jahr. (akr@ct.de)