Mitgeschnitten
Procast ist eine kostenlose Podcast-App für iOS. Sie verwaltet abonnierte Kanäle und schlägt neue vor – auch aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.
Die meisten Podcatcher kommen aus dem englischsprachigen Raum und schlagen selten deutschsprachige Inhalte vor. Hinter Procast stecken deutsche Entwickler und das merkt man: Vorwiegend deutschsprachige Inhalte erwarten Nutzer in den personalisierten Vorschlägen der App. Doch auch anderssprachige Kanäle lassen sich ohne Weiteres abonnieren – entweder per allgemeiner Suche oder durch Filtern der Vorschläge nach Produktionsland.
Nach der Installation wählt der Nutzer aus neun Rubriken wie Musik, Komödie oder News und Politik seine Interessen aus. Die App schlägt dazu passende Kanäle vor und erklärt mit einem Intro die wichtigsten Funktionen und den Aufbau des Menüs.
Von abonnierten Kanälen lädt Procast neue Folgen automatisch in die Inbox. Zur schnellen Sortierung wischt der Nutzer nach links, um die Folge zu löschen, und nach rechts zum Hinzufügen zur Playlist. Der Startbildschirm der App zeigt Inbox und Playlist. Abonnements und bereits geladene Folgen verwaltet man unter dem Reiter „Meine“. So behalten Nutzer leicht den Überblick.
Tippt man im integrierten Player auf das Kanal-Bild, öffnen sich die zugehörigen Shownotes mit Beschreibungen des Kanals und der Folge sowie weiterführenden Informationen. Links sind hervorgehoben und öffnen sich beim Antippen im Standard-Browser.
Hört man gern schneller oder langsamer, ändert man die Wiedergabegeschwindigkeit in den Player-Optionen. Die Auswahl reicht von 0.9x bis 2.0x. Um die Playlist nur eine bestimmte Zeit laufen zu lassen, stellt man den Sleeptimer auf eine beliebige Dauer zwischen 0 und 45 Minuten. Wen Intros nerven, der überspringt eine beliebige Anzahl von Sekunden zu Anfang jeder Episode. Diese Sprungfunktion legt man nicht allgemein, sondern pro abonniertem Kanal fest – besonders praktisch ist das bei Intros, deren Länge festgelegt ist.
Die Cut-Funktion ist selten in Podcast-Apps zu finden, aber umso erfreulicher in Procast gelöst. Sie zeichnet Sequenzen der aktuell laufenden Episode auf: Ein Tipp auf die Schere startet die Aufnahme, ein weiterer beendet sie. Geschnittene Sequenzen speichert Procast direkt, sodass man sie an Kontakte weiterleiten oder archivieren kann.
Das Schneiden von Sequenzen kann man auch auf Knopfdruck aktivieren: Unterwegs lässt sich die App nämlich auch per Kopfhörer-Fernsteuerung bedienen. Die Taste am Kopfhörer belegt man mit Funktionen wie Skip, Cut oder Springen zur nächsten Episode. Der Nutzer wählt in den App-Einstellungen aus vier verschiedenen Belegungsmodi.
Procast macht den Wechsel von anderen Podcast-Apps leicht: Durch OPML-Import lädt man in ein paar Sekunden seine bestehenden Abonnements aus der alten in die neue App. Die App lohnt sich für deutschsprachige Nutzer, die auch in den Vorschlägen passende Kanäle finden wollen. Die Sortierung in Inbox, Playlist und „meine“ Podcasts sorgt für einen guten Überblick und erleichtert Neulingen den Einstieg. Die Cut-Funktion ist super für Archivliebhaber, die einzelne O-Töne gern griffbereit haben. (lel@ct.de)