c't 9/2018
S. 60
Kurztest
Musik-Plug-in

Klangbalance

Der Dynamik-EQ Gullfoss gleicht klangliche Schwächen automatisch aus.

Aufmacherbild

Es klingt wie Hexenwerk: Dank einer smarten Analysefunktion gleicht Gullfoss den Frequenzverlauf von Tonspuren automatisch aus. Ein adaptives Filter reagiert dazu über einhundert Mal pro Sekunde dynamisch auf die Aufnahme.

Der Anwender korrigiert den Sound über fünf Regler: „Recover“ verstärkt dominante Töne, sodass sie heller und frischer klingen. „Tame“ bändigt allzu vorlaute Frequenzspitzen. Da beide eine Spur parallel nivellieren, lässt sich die Gewichtung per „Bias“ abstimmen. „Brighten“ und „Boost“ passen schließlich das Verhältnis von Bässen, Mitten und Höhen an. Das klappt im vollen Spektrum wie auch für eingeschränkte Frequenzbereiche. Die empfundene Lautstärke gleicht Gullfoss dabei stets korrekt aus.

Im Alltag erledigt Gullfoss viele Aufgaben: Mit wenigen Klicks lässt man einen Summenmix etwas heller oder voller klingen. Setzt man Gullfoss per Tame beispielsweise auf die Höhen einer Gesangsspur an, dämpft er Zischlaute.

Das Plug-in erzeugt mit rund 45 ms eine recht hohe Latenz, die CPU-Last liegt im mittleren Bereich. Bis Ende April bietet der Hersteller Soundtheory das Plug-in zum halben Preis für 99 Euro an und setzt zum Start eine Online-Verbindung voraus. Später sind zwei weitere Offline-Aktivierungen pro Lizenz sowie eine Unterstützung für Windows geplant. Das erstaunlich gut klingende Plug-in kann man 14 Tage kostenlos testen. (hag@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Soundtheory Gullfoss