Fetter Finne
Nokia X20 mit Zeiss-Kamera und Ausdauer-Akku
Die Android-Smartphones der Marke „Nokia“ werden von HMD Global entwickelt und in Asien produziert. Doch das neue X20 hat noch einige Gemeinsamkeiten mit seinen legendären Vorgängern.
Bei der Optik und Haptik ist es bereits zu erkennen, das Nokia-Erbe. Ganz im Stile der als unzerstörbar geltenden alten Nokia-Handys ist das X20 ein ziemlicher Klotz. Groß, dick, schwer und mit einem Gehäuse aus zweckmäßigem Plastik statt fragilem Glas verströmt das Smartphone den Charme einer Schrankwand und macht einen äußerst stabilen Eindruck. Schade, dass HMD Global keine IP-Zertifizierung gegen das Eindringen von Staub und Wasser vorweisen kann.
Der Bildschirm des X20 ist mit knapp 6,7 Zoll ziemlich groß, die Ränder fallen ein wenig breiter aus als bei manch anderen aktuellen Handys. Das LCD-Panel stellt 2400 × 1080 Pixel dar, das ist klassenüblich. Der Bildschirm dürfte ruhig ein wenig heller strahlen – wenn die Sonne nicht direkt drauf scheint, ist er jedoch hell genug.
Früher war mehr Zeiss
Weitere Erinnerungen an vergangene Nokia-Zeiten kommen auf, wenn der Zeiss-Schriftzug auf dem runden Kameramodul ins Auge fällt. Die 64-Megapixel-Hauptkamera zeigt eine ordentliche Leistung und knipst meist ansehnliche Bilder, wird jedoch schon ab 80 Lux im c’t-Fotolabor von kräftigem Bildrauschen heimgesucht, das die Software kaum in den Griff bekommt. Die Ecken der Fotos sind deutlich weniger scharf als die Bildmitte. Einen optischen Bildstabilisator besitzt das X20 ebenso wenig wie eine Telekamera.
Das Ultraweitwinkelobjektiv bildet zwar einen großen Bereich ab und macht spektakuläre Kompositionen möglich, bei denen sollte man dann aber lieber nicht so genau hinschauen. Die Bilder sind oft unscharf, zeigen kaum Details und stellen Farben unnatürlich mit einem merklichen Rotstich dar. Das geht besser, auch in dieser Preisklasse. Die anderen beiden Kameras, ein 2-Megapixel-Makro und eine Tiefenkamera, ebenfalls mit 2-Megapixel-Sensor, sind zu vernachlässigen. Die Selfie-Knipse liefert Standardkost.
Nokia verwendet als Betriebssystem das nackte Android One, das weitestgehend identisch ist mit der Android-Variante von Googles Pixel-Smartphones. Der Hersteller verspricht, das X20 drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates zu versorgen – durchaus löblich, einzig Samsung und Fairphone pflegen derzeit einige Modelle noch länger.
Der Snapdragon 480 liefert, obwohl kein High-End-Chip, genug Leistung, um das X20 flott anzutreiben. Im 5G-Netz funkt es ebenfalls. Unser Testgerät ist mit 8 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet, die Variante mit 6 GByte ist in Deutschland derzeit nicht erhältlich. 128 GByte interner Speicher gehen in Ordnung, wer mehr braucht, steckt eine Speicherkarte statt einer zweiten SIM ins Smartphone.
Der fest verbaute Akku im Nokia X20 zeigte sich im Test ziemlich ausdauernd. Im Vergleich mit anderen modernen Smartphones können sich unsere gemessenen Laufzeiten durch die Bank sehen lassen, im Videotest etwa schaffte das X20 starke 17 Stunden. Wer nicht ständig am Handy hängt, muss das X20 nur jeden zweiten, manchmal gar erst am dritten Tag anstöpseln. Ein Netzteil legt HMD Global nicht in den Karton. Die mitgelieferte Schutzhülle besteht aus kompostierbarem Material.
Fazit
Die Preisklasse rund um 400 Euro ist hart umkämpft, und der wackere Finne muss sich anstrengen, die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Es gibt günstigere Handys mit mehr Power wie das Google Pixel 4a sowie ähnlich teure Modelle mit schicken OLED-Displays wie das Samsung Galaxy A52. Das X20 punktet unterdessen mit voraussichtlich langer Update-Versorgung und 5G sowie mit der Robustheit und Ausdauer seiner legendären Vorgänger. (sht@ct.de)
| Nokia X20 | |
| Android-Smartphone | |
| Betriebssystem / Patchlevel | Android 11 / März 2021 |
| Prozessor (Kerne × Takt) / Grafik | Qualcomm Snapdragon 480 (2 × 2 GHz, 6 × 1,8 GHz) / Adreno 618 |
| Arbeitsspeicher / Flash-Speicher (frei) / Wechselspeicher | 8 GByte / 128 GByte (105 GByte) / ✓ (MicroSD) |
| WLAN (Antennen) / Bluetooth / NFC | Wi-Fi 5 (2) / 5.0 / ✓ |
| 5G (n1, n28, n77, n78) / LTE / SAR-Wert (Head, EU)1 | ✓ (✓ / ✓ / – / ✓) / ✓ / 1,04 W/kg |
| Fingerabdrucksensor / Kopfhöreranschluss | ✓ / ✓ |
| Akku / drahtlos ladbar | 4470 mAh / – |
| Abmessungen (H × B × T) / Gewicht / Schutzart | 16,9 cm × 8 cm × 1,03 cm / 220 g / – |
| Kameras | |
| Hauptkamera Auflösung / Blende / OIS | 64,4 MP (9280 × 6944) / ƒ/1,8 / – |
| Ultraweitwinkelkamera Auflösung / Blende / OIS | 5 MP (2592 × 1944) / ƒ/2,2 / – |
| Frontkamera Auflösung / Blende / Pixel | 32 MP (6528 × 4896) / ƒ/2 / – |
| Display | |
| Diagonale / Technik | 6,7 Zoll / LCD |
| Auflösung (Pixeldichte) / Helligkeitsregelbereich | 2400 × 1080 Pixel (393 dpi) / 2,2 ... 540 cd/m2 |
| Benchmarks und Laufzeiten | |
| Coremark Single-/Multicore | 13436 / 62356 |
| Geekbench V4 Single, Multi / V5 Single, Multi | 2320, 6482 / 512, 1699 |
| GFXBench Car Chase / Manhattan 3.0 / Manhattan 3.1 (je On-, Offscreen) | 14 fps, 17 fps / 37 fps, 41 fps / 26 fps, 29 fps |
| 3DMark Wild Life / Wild Life Stresstest | 979 / 99,6 % |
| Laufzeit lokales Video / 3D-Spiel / Stream2 | 17 h / 15 h / 16,4 h |
| Ladezeit für 50 % / 100 % | 0,6 h / 2,2 h |
| Bewertung | |
| Performance / Ausstattung | / |
| Display / Laufzeit / Kamera | / / |
| Preis | 400 € |
| 1 Herstellerangabe 2 alle gemessen bei einer Helligkeit von 200 cd/m2 | |
| sehr gut gut zufriedenstellend schlecht sehr schlecht ✓ vorhanden – nicht vorhanden | |