MIT Technology Review 8/2016
S. 80
Fokus
Musik

Mit dem Sofa in der Carnegie Hall

Mit neuen Tontechnologien lassen sich alle Konzertsäle der Welt simulieren – und ins eigene Wohnzimmer holen.

Die Akustikdaten des Isaac-Stern-Auditoriums der New Yorker Carnegie Hall sind im Internet abrufbar und können als Basis für Klangsimulationen dienen. Fotomontage: Jeff Goldberg/ ESTO, Shutterstock

Begeistert werfen die Fans die Hände in die Luft, wippen im Takt der Elektrobeats – die britische Band Years & Years ist auf der runden Bühne in dem Londoner Club von Konzertbesuchern umgeben. Doch ein Teil der Masse bleibt für die Musiker unsichtbar. Diese Zuhörer stehen nicht vor der Bühne, sondern sind überall auf der Welt verteilt. Denn das Konzert wurde als 360-Grad-Video live ins Internet übertragen. Ermöglicht haben das der Konzern Samsung und die neuartige Audio-Software Cingo des Fraunhofer-Instituts IIS in Erlangen. Mit einem kompatiblen Smartphone und einem speziellen Headset, um in die virtuelle Realität abzutauchen, eröffnet Cingo dem Zuhörer ein völlig neues Klangerlebnis: Die Software vermittelt dem Musikfan das Gefühl, selbst im Konzertsaal zu sitzen.

Der Trick hinter dem lebensechten Höreindruck: Die Audio-Software berücksichtigt auch Schallreflexionen. „In einem Konzertsaal kommt die Musik nicht nur direkt von der Bühne“, erklärt Cingo-Entwickler Oliver Hellmuth vom IIS. „Wir hören auch die Reflexionen des Schalls von der Decke und den Wänden. Erst hierdurch erhalten wir einen dreidimensionalen Klangeindruck.“ Um diesen Eindruck nachzubilden, hat Hellmuth mit seinem Team spezielle Algorithmen entwickelt, die einen natürlichen dreidimensionalen Raumklang erzeugen. Cingo analysiert dafür, welche Elemente einer Aufnahme Direktschall und welche Reflexion sind, und fügt sie anschließend zu einem Klangbild zusammen. Die Software ist vor allem für mobile Anwendungen gedacht, die Nutzern auch unterwegs Konzertsaal-Atmosphäre vermitteln sollen.

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