Was macht eigentlich ein Hygieneinspektor?
Hygieneinspektoren überprüfen die Qualität von Trink- und Badewasser. Sie achten unter anderem darauf, dass keine Epidemien auftreten.
Legionellen sind weit verbreitete Umweltkeime und in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Wasser. In künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden gedeihen die Erreger aufgrund der vorherrschenden Temperaturen prächtig: Zwischen 25 und 45 Grad Celsius liegen die idealen Wachstumsbedingungen dieser Bakterien. „Das ist gefährlich“, sagt Michael Gaßner, 63, Hygieneinspektor beim Gesundheitsamt in Freiburg. Bundesweit erkranken jährlich etwa 25000 Menschen an Legionellen. Daher ist in der Trinkwasserverordnung festgelegt, dass in öffentlichen Einrichtungen einmal jährlich und in gewerblichen Gebäuden im Abstand von drei Jahren das Wasser auf Legionellen untersucht werden muss. „Was viele nicht wissen: Zu gewerblichen Gebäuden zählen auch vermietete Wohnungen“, sagt Gaßner.
Hygieneinspektoren haben drei wesentliche Aufgaben. Sie überwachen die Qualität von Trink- und Badewasser, betreiben Infektionshygiene, beispielsweise durch die Bekämpfung von Salmonellen, und sie stellen sicher, dass von vermüllten Wohnungen keine Gefahr für Nachbarn ausgeht.
Hygieneinspektor ist ein Ausbildungsberuf im öffentlichen Dienst bei den Gesundheitsämtern. Davon gibt es etwa 950 in Deutschland, die rund 4300 Hygieneinspektoren beschäftigen.
Die Ausbildung ist dual, der schulische Unterricht findet in Baden-Württemberg an der Sozial- und Arbeitsmedizinischen Akademie in Stuttgart statt. Dort lernen die Azubis Anatomie, Physiologie, Infektionshygiene, angewandte Technik der Wasseraufbereitung und -versorgung sowie die gesetzlichen Grundlagen der Trinkwasserverordnung und das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen kennen.
Die Ausbildung dauert zwei Jahre und setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich voraus.
Die Ausbildungsvergütung liegt bei rund 2300 Euro monatlich, das Einstiegsgehalt mit 2500 Euro nur unwesentlich darüber. Das ist wenig Geld für eine wichtige Arbeit. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es keine. Peter Ilg