ARCHITEKTUR
Luftbrücke aus Beton
Will man Betonkuppeln in gewöhnlicher Schalenbauweise bauen, muss man normalerweise ein teures Gerüst aufstellen. Die TU Wien hat ein einfacheres Verfahren entwickelt: Der Beton wird während des Baus von einem Luftkissen gestützt. Eine erste Kuppel hat die TU mit dieser Methode schon vor drei Jahren gebaut (siehe TR 7/2014, S. 16). Nun wurde die neue Methode erstmals in der Praxis eingesetzt. Die Österreichische Bundesbahn hat damit eine Wildbrücke über einen neuen Streckenabschnitt errichtet.
Am Anfang steht eine ebene Betonplatte mit keilförmigen Aussparungen. Unter der Platte befindet sich ein Luftkissen, das fünf Stunden lang aufgeblasen wird. Dabei richtet sich die Platte zu einer länglichen Kuppel auf. Stahlkabel halten sie währenddessen in Form. Die Ausschnitte fügen sich dadurch zusammen und brauchen abschließend nur noch verspachtelt zu werden. Um aus der Kuppel eine Brücke zu machen, wurde an zwei Seiten ein Teil abgeschnitten und an den anderen beiden Seiten eine Erdrampe aufgeschüttet.
Nach Angaben der Forscher benötigt die Methode zwar etwas mehr Beton, aber dafür rund 40 Prozent weniger Stahl als herkömmliche Verfahren. Insgesamt soll sie dadurch 15 bis 30 Prozent günstiger sein. GREGOR HONSEL