Was macht eine Mikrotechnologin?
Mikrotechnologen sind Spezialisten für die Verfahrenstechnik. Die beiden Schwerpunkte in diesem Ausbildungsberuf sind Produktionsprozesse für Halbleiter und Mikrosystemtechnik.
Lisa-Maria Brunner ist 19 Jahre alt und arbeitet in der Chip-Produktion bei Infineon in Regensburg. Sie trägt einen Overall, Mundschutz, Kopfhaube, Handschuhe und Stiefel. Um in den Reinraum zu gelangen, Voraussetzung für die Herstellung von Mikrochips, muss sie noch durch die Luftdusche gehen und die Oberfläche ihrer Kleidung penibel reinigen. Dann steht sie in der Produktionshalle, in der mehrere Hundert Maschinen Chips fertigen. Als gelernte Mikrotechnologin ist Brunner für die Reinraumtechnik zuständig. Im Sommer 2017 hat sie ihre Ausbildung bei Infineon abgeschlossen.
Mikrotechnologe ist eine dreijährige duale Ausbildung im Wechsel zwischen Berufsschule und Betrieb.
Brunner überprüft regelmäßig Luftfeuchtigkeit und Temperatur. „Beides muss immer einen konstanten Wert haben.“ Weitere Parameter sind die Partikeldichte in der Luft und die Luftgeschwindigkeit. „Eine zielgerichtete Luftströmung von oben nach unten sorgt dafür, dass Partikel, die vom Menschen oder von der Anlage abgegeben werden, im Doppelboden kontrolliert entsorgt werden.“ Denn sonst könnten die Partikel die winzigen Strukturen auf den Chips beschädigen. Brunner überprüft auch die elektrische Leitfähigkeit, etwa von Roboterarmen, die die Chips drehen, heben, eintauchen. „Die Greifer dürfen nicht elektrostatisch geladen sein, das könnte die Schaltungen auf den Chips zerstören.“ Um mit den Messgeräten richtig umgehen zu können, braucht sie handwerkliches Geschick. Und um sie in ein Netz fürs Monitoring einzubinden, sind Softwarekenntnisse nötig. „In meinem Job kommt es vor allem auf die Qualität meiner Arbeit und Genauigkeit von Messergebnissen an.“ Wenn Werte nicht stimmen, übergibt sie an Kollegen vom Gebäudemanagement.
Trotz Digitalisierung boomt der Markt für Mikrotechnologen allerdings nicht unbedingt. Insgesamt ging die Anzahl der Berufsabschlüsse zwischen 2004 und 2016 von 222 auf 114 im Jahr zurück. „Die Halbleiterindustrie unterliegt starken Schwankungen“, sagt Karlheinz Müller, Mitglied des Berufsbildungsausschusses des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Aktuell hat Infineon seine Azubistellen erhöht, ebenso Firmen wie Bosch, Continental und Osram. Eine Weiterbildungsmöglichkeit ist die zum geprüften Prozessmanager Mikrotechnologie. Peter Ilg