MATERIAL
Zement aus dem Sonnenofen
Die Zementproduktion ist derzeit für etwa neun Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Belastung könnte mit Sonnenlicht reduziert werden. Wissenschaftler vom Institut für Solarforschung am DLR in Köln konnten mit simulierter Sonnenhitze Zement-Rohmehl in hoher Qualität herstellen.
Gkiokchan Moumin konnte mit künstlichem, konzentrierten Sonnenlicht Kalk und Ton in einem Drehofen auf bis zu 1000 Grad aufheizen. Bei diesem „Kalkbrennen“, das in herkömmlichen Zementfabriken mit fossilen Brennstoffen geschieht, entsteht unter Abspaltung von Wasser und Kohlendioxid der Zementgrundstoff Calciumoxid.
Die Versuche legen die Grundlage für eine solare Zementproduktion in sonnenreichen Regionen. Die dazu nötigen hohen Temperaturen können mit solarthermischen Turmkraftwerken erreicht werden, in denen das von Hunderten Spiegeln reflektierte Sonnenlicht konzentriert wird. JAN OLIVER LÖFKEN