Fujinon XF70-300mm F4-5.6 R im Test: Teleobjektiv für Fujifilms APS-C-Kameras
Bildkritik
An unserer c‘t Testszene sehen wir eine klare scharfe Abbildung bei 70 Millimetern und Offenblende. Ab Blende f/8.0 nehmen die Kontraste in den Details ab, ab f/11 wirkt das Bild insgesamt etwas flauer. Blende f/22 ist recht unscharf und daher nicht wirklich brauchbar. Bei Offenblende wirkt das Bild plastisch und feine Details werden gut wiedergegeben. Bis Blendenstufe f/11 sind viele Feinheiten noch gut zu erkennen, ab Blende f/16 geht das Bild in einen Aquarelllook über.
Bei 200 Millimetern gehen die Kontraste insgesamt etwas zurück. Details werden schlechter aufgelöst. Die Einbußen mit steigendem Blendenwert sind etwas stärker als bei 70 Millimetern, aber besitzen einen ähnlichen Verlauf.
Fujinon70300 (6 Bilder)

Praxis
Wir sind mit dem XF70-300mm hauptsächlich in der Natur unterwegs gewesen. Zuhause dienten junge Gurkenpflanzen als Model für die Nahaufnahmen. Die Ergebnisse für die verschiedenen Brennweiten finden Sie in der Bildergalerie.
Dazu erhielten wir von einem Jagdpächter die Möglichkeit, im Revier Tiere zu fotografieren. Das Fujinon wurde so gleich einem Praxistest für alle die Fotografen unterzogen, die gern Reh, Igel und Fasan auf den Sensor bannen, aber keine fünfstellige Summe für große Festbrennweiten ausgeben möchten. Gut gelungen sind uns Bilder von Rehen aus unterschiedlichen Abständen. Schön wäre hier sicherlich mehr Lichtstärke, denn die ISO musste deutlich nach oben gedreht werden, was mit der X-T4 jedoch ohne schlimme Artefakte möglich ist. Doch für die Preisklasse lassen sich die Ergebnisse durchaus sehen.
Vögel lassen sich ebenfalls einfangen, das benötigt im Flug jedoch Geduld und Zielgenauigkeit. Mit der X-T4 arbeitet der Autofokus zügig auch im AF-C-Modus.
Mit dem Fujinon lässt sich zudem gerade im Nahbereich eine gute Unschärfe erreichen. Die Bokeh-Bubbles besitzen allerdings keine klare Struktur, sondern können ein Zwiebelschalenmuster aufweisen. Dies tritt bei Objektiven mit asphärischen Linsen auf, die nicht perfekt gearbeitet wurden.
Fazit
Das Fujinon XF70-300mm F4-5.6 R LM OIS WR ist ein typischer Vertreter seiner Klasse. Ein Allroundwerkzeug für viele Anwendungszwecke von Porträts über Tieraufnahmen bis hin zu einfachen Makros. Aufgrund des Preises für das Objektiv und dessen Brennweitenumfang sowie den maximalen Blendenöffnungen ist keine perfekte Optik zu erwarten. Es handelt sich um ein Modell für Fotografen, die für Ihr Hobby gern mehr Spielraum möchten, ohne jedoch große Summen zu investieren. Diesem Anspruch wird das Objektiv mit guter Qualität und einem fairen Preis gerecht.
Im Bereich der 70 Millimeter liefert es zentral sogar eine hervorragende optische Abbildung. Über den gesamten Brennweiten- und Blendebereich messen wir fast keine Verzeichnung oder Vignette. Lediglich die Chromatische Aberration kann an Kanten etwas störend hervortreten, was sich jedoch in der Nacharbeit korrigieren lässt. Je länger die Brennweite und je kleiner die Blendenöffnung, desto schwächer wird die optische Abbildung. Es gehen feine Details verloren und bei Vergrößerungen in der 100-Prozent-Ansicht lassen sich Schwächen erkennen. Einiges kann in der Nacharbeit durch Anheben der Kontraste und Nachschärfen wieder optimiert werden.
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(ssi)