ROG Ally: Asus' Steam-Deck-Konkurrent im Test
Seite 3: Lautheit, Griffigkeit, Fazit
Bei der Kühlung setzt Asus auf zwei Radiallüfter, einer mehr als bei Valves Steam Deck. So können die beiden Lüfter langsamer drehen, um die gleiche Abwärme abzuführen. Dadurch bleibt das Ally selbst im Turbo-Modus deutlich leiser als das Steam Deck unter Volllast.
Gemessen haben wir in Sone – das ist die "Lautheit", die nicht nur den Schalldruckpegel in Dezibel einbezieht, sondern auch das Frequenzspektrum. Sehr vereinfacht kann man sagen: In Sone lässt sich die Nervigkeit von Geräuschen angeben. Ab 0,4 Sone aus 50 cm Entfernung wird's ein bisschen nervig, ab einem Sone sogar richtig störend.
Während das Steamdeck unter Volllast mit 1,5 Sone röhrt, sind das beim ROG Ally im Leistungsmodus bei Volllast nur 0,4 Sone. Und auch im Turbo-Modus (25 Watt, ohne Netzteil) haben wir unter Volllast nur 0,9 Sone gemessen.
Griffigkeit
Das Ally will auf den Oberschenkeln oder auf einem Tisch abgestützt werden, damit es sich gut anfühlt. Die Seiten sind mehr als 2 cm flacher als beim Steam Deck, sodass sich das Gerät nicht so komfortabel "in die Luft" halten lässt. Dafür ist es mit 608 Gramm rund 10 Prozent leichter und nimmt durch die geringeren Ausmaße weniger Platz in der Tasche oder im Rucksack weg.
Hier entscheidet die persönliche Präferenz, was einem besser gefällt. Schade ist allerdings, dass Asus dem Ally kein Köfferchen zum Transportieren beilegt – beim Steam Deck ist das Standard.
(Bild:Â heise online / pas)
Fazit
Ganz klar: Das Asus ROG Ally ist für einen Handheld-PC beeindruckend leistungsfähig. Damit kann man unterwegs sowohl Retro- als auch aufwendigere Titel spielen, wenn man die Grafikdetails ein bisschen reduziert oder Upscaling-Techniken wie AMD FidelityFX Super Resolution (FSR) einsetzt. Auch der Turbo-Modus für den Einsatz als Spielkonsole am Fernseher macht Spaß.
Verglichen mit dem Steam Deck hinkt das Ally Software-seitig hinterher. Während Updates die Nutzererfahrung noch verbessern dürften, wird Valve mit dem eigenen Betriebssystem SteamOS immer viel mehr Möglichkeiten haben, die Nutzererfahrung auf einen Handheld-PC maßzuschneidern.
Wer vorrangig Wert auf Leistung und ein schnelles Display legt, greift zum Ally, am besten zur Variante mit dem AMD-Prozessor Ryzen Z1 Extreme. Das Modell wirkt mit 799 Euro fair bepreist. Möchte man eher ältere, nicht so aufwendige Titel unterwegs spielen, bleibt das Steam Deck weiterhin eine ausgezeichnete Wahl.
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Guckt mal hier, das ist das Asus Rog Ally, ein neuer Vertreter der zurzeit total angesagten Handheld-Gaming-PC-Geräteklasse. Also ein kompletter Gaming-PC im Nintendo-Switch-Formfaktor. Und guckt mal, wie flüssig das läuft und vor allem wie scharf das aussieht. Ja, das ist Full HD auf einem kleinen 7-Zoll-Display, da kann ich keine einzelnen Pixel mehr erkennen.
Wenn ihr jetzt denkt: Hö, ja, einfach ein Steam-Deck-Klon, langweilig! Nee, das Ally macht schon echt viel anders. Das Wichtigste: Da läuft Windows 11 drauf statt SteamOS bzw. Linux. Und: Asus sagt doppelt so viel Leistung wie das Steamdeck, fast doppelt so hohe Displayauflösung und außerdem 120 Hertz statt 60. Also einfach alles viel besser als das Steamdeck? Nope. Wir haben das Teil richtig hart durchgetestet und mit dem Steamdeck verglichen. Bleibt dran.
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Jo, da isses: Das Asus ROG Ally. Zwei Varianten gibt es davon. Eine fĂĽr 699 und eine fĂĽr 799 Euro. Der Unterschied ist, dass die teurere Version 8 statt 6 CPU-Kerne hat, etwas schneller getaktet ist und vor allem 12 statt 4 GPU-Compute-Units mitbringt und auĂźerdem 'ne SSD mit 512 GByte statt 256 GByte hat. Anders als bei anderen Firmen bringen die 100 Euro Aufpreis also hier RICHTIG was.
Wie viel langsamer die günstigere Variante ist, konnten wir allerdings noch nicht messen, weil uns Asus vor Verkaufsstart nur ein Testgerät der teureren Variante zur Verfügung gestellt hat. Rein von den Spezifikationen sollte aber allein die GPU-Leistung der teureren Version deutlich höher sein als die der günstigeren Variante. Achso, apropos Verkaufsstart: Die Ally-Geräte sollen ab sofort in den Handel kommen, sagt Asus. Also noch mal ganz deutlich: Dieser Test bezieht sich nur auf das 799 Euro teure "große" ROG Ally.
Wie fĂĽhlt es sich an?
Als ich das Ally zum ersten Mal in die Hand genommen habe, dachte ich: Wow, das ist ja leicht. 608 Gramm, das sind immerhin 60 Gramm weniger als das Steamdeck. Klingt wenig, merkt man aber wirklich. Ansonsten gefällt mir das Gehäuse super, auch mit schwitzigen Händen fühlt es sich weniger rutschig an als das Steamdeck, was laut Asus an der "MIKRO-DREIECK-STRUKTUR" liegt. Ja, ok, ich würde einfach sagen, es ist ein bisschen geriffelt, aber es hilft auf jeden Fall. Die Buttons und Analogcontroller sind ok, hier muss ich aber sagen, dass die sich beim Steamdeck ein ganz bisschen wertiger anfühlen, es ist alles etwas satter und schwergängiger. Außerdem hat das Steamdeck hinten vier Buttons statt nur zwei wie beim Ally; und es fehlt ein Touchpad wie beim Steamdeck. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau: Spielen macht Spaß mit dem Ally, da habe ich echt schon viel schlimmere Handhelds oder Controller in der Hand gehabt.
Display
Das Ally-Display hat mit 7 Zoll die gleiche Diagonale wie das Steamdeck, aber ein anderes Seitenverhältnis: 16:9 statt 16:10. Außerdem ist es mit 1920 x 1080 deutlich höher aufgelöst, denn das Steamdeck zeigt nur 1280 x 800. Das sind also beim Ally 2.073.600 Pixel statt 1 1.024.000 wie beim Steamdeck. Und das ist deutlich sichtbar, also wirklich auf den ersten Blick. Allerdings, und das muss man immer mitbedenken, müssen die Pixel auch berechnet werden. Das heißt, beim Ally habe ich mich in der Praxis manchmal für 720p-Auflösung entschieden, weil das flüssiger lief als in Full HD. Detailliertere Benchmarks kommen am Ende des Videos.
Das Ally-Display zeigt bis zu 120 Hz und auch das müssen die Spiele erstmal schaffen, aber definitiv nice to have und ein Pluspunkt gegenüber dem Steamdeck (das kann nur 60 Hz). Das Ally-Display kann auch AMDs Freesync, das heißt, das Display passt sich an die fps-Zahl an, die gerade berechnet wird. Dadurch gibt es kein hässliches Zerreißen des Bildes. Beim Steamdeck kann man die Bildrate des Displays auch anpassen, muss das aber manuell machen.
Laut Datenblatt schafft das Ally eine Helligkeit von 500 Candela pro Quadratmeter. Gemessen haben wir nur 450, so oder so reicht das nicht aus, um im prallen Sonnenschein auf dem Balkon zu spielen. Im Schatten gehts aber. Das Steamdeck war bei unseren Messungen eine Idee heller, aber fĂĽr direktes Sonnenlicht reicht es auch hier nicht.
AnschlĂĽsse und Lautsprecher
Das Ally hat wie das Steamdeck einen einzelnen USB-C-Port, über den man das Gerät nicht nur laden kann, sondern man kann auch einen Hub anschließen und kann so Maus, Tastatur, Netzwerkkabel und ein externes Display nutzen. Wir haben das Ally mit zwei unterschiedlichen Hubs beziehungsweise Docks ausprobiert, beide haben problemlos funktioniert. Die Teile sind in der Beschreibung verlinkt.
Zusätzlich hat das Ally auch noch einen Anschluss, um eine externe GPU anzuschließen. Allerdings ist das ein spezifischer Asus-Anschluss, man kann also nur die sehr teuren eGPUs von Asus verwenden. Das konnten wir aber bislang nicht ausprobieren.
Ansonsten gibt es einen MicroSD-Karten-Slot, der den UHS-II-Standard unterstützt, theoretisch sind damit 312 MByte pro Sekunde möglich; in der Praxis kommt man damit den Ladezeiten der internen SSD schon recht nahe. Das ist eine PCI-Express-4.0-m.2, die ist gesteckt und nicht aufgelötet, die kann man also selbst austauschen, vorausgesetzt, man hat Lust ein bisschen zu basteln. Ansonsten gibts halt WLAN, sogar im 6E-Standard, Bluetooth und eine Klinkenbuchse. Und: Nach vorne gerichtete Lautsprecher, die richtig gut klingen.
Hardware
Im ROG Ally steckt wie im Steamdeck ein AMD-System-on-a-Chip, allerdings ein viel Neueres. Das im günstigeren Modell heißt Z1, das im teureren Z1 Extreme. Ja, und das hat schon die Zen-4-Kernarchitektur, während das Steamdeck noch Zen 2 nutzt. Die Ally-Socs sind mit 4 Nanometer-Strukturen gefertigt, das Steam-Deck-SoC mit 7 Nanometern. Und je kleiner die Strukturbreite, desto effizienter laufen die. Also mehr Performance pro Watt.
Drückt man diese Taste hier, poppt so ein Overlay auf und man kann schnell unterschiedliche Betriebsmodi umschalten. Es gibt drei Leistungsprofile: Leise, Leistung und Turbo. Bei Leise ist die Leistungsaufnahme auf 9 Watt gedrosselt, in Leistung auf 15 und bei Turbo darf die Kiste richtig loslegen: Dann zieht das SoC bis zu 25 Watt im Akkubetrieb und bis zu 30 mit eingestecktem Netzteil. Arbeitsspeicher gibt’s 16 GByte LPDDR5, die GPU nimmt sich davon 4 GByte, den Rest darf die CPU nutzen.
Das ROG Ally hat ein ziemlich ausgeklügeltes Kühlsystem mit zwei Lüftern, statt nur einem wie beim Steamdeck. Und das funktioniert richtig gut, wie unsere Messungen in der c't-Audiomesskammer zeigen. Gemessen haben wir übrigens in Sone, das ist die "Lautheit", die nicht nur den Schalldruckpegel in Dezibel mit einbezieht, sondern auch das Frequenzspektrum. Sehr vereinfacht kann man sagen: In Sone lässt sich die Nervigkeit von Geräuschen angeben. Ab 0,4 Sone wird's ein bisschen nervig, ab einem Sone sogar richtig störend. Ja, und während das Steamdeck unter Volllast mit 1,5 Sone röhrt, sind das beim ROG Ally im Leistungsmodus bei Volllast nur 0,4 Sone. Und auch im Turbo-Modus haben wir unter Volllast nur 0,9 Sone gemessen. Ganz klar: Das ROG Ally arbeitet immer deutlich leiser als das Steamdeck.
Software
Joah, und hier fangen jetzt ein bisschen die Probleme an. Auf dem Ally läuft ja ein ganz normales Windows 11 und man muss das so sagen: Windows ist jetzt nicht unbedingt gut auf nem 7-Zoll-Touch-Display bedienbar. Im Normalmodus sind die Schaltflächen zu klein, um da gut drauf zu tippen, und auch bei 200% Skalierung klappt das alles nicht optimal. Asus hilft sich damit, dass das Teil direkt in den hauseigenen Spielelauncher Armoury Crate reinbootet. Wer Asus-Hardware benutzt, kennt das vielleicht, die Software gibt’s schon länger und dient ja nicht nur als Launcher, sondern auch als Softwareupdater und um irgendwelche LEDs zu steuern. Auch beim Ally kann man mit Armory Crate zum Beispiel diese RGB-LEDs hier um die Analogsticks herum, konfigurieren. Ganz kurzer Einschub: Warum ist dieser Gaming-Hardware-Kram eigentlich immer nach irgendwelchem Militär-Zeug benannt? Ich mein: Armory-Crate? Munitionskiste? Hä? Kann doch auch sein, dass ich nur Sims, Minecraft und Stardew Valley spielen will, das hat ja nun gar nichts mit Militär zu tun, ne?
Insgesamt wirkt die Software auf jeden Fall bei Weitem nicht so durchdacht und fehlerfrei wie zum Beispiel Steamdeck UI. Im Test hing Armory Crate zum Beispiel manchmal, sodass wir neu booten mussten. Wir haben Firmware und Treiber natürlich aktualisiert, aber dennoch hakte das alles noch an einigen Stellen. Wir haben zum Beispiel mehrfach das Problem gehabt, dass Spiele nicht mit aufgewacht sind, wenn das Gerät aus dem Standby kam. Wir mussten das Spiel dann neu starten. Aber man muss in aller Fairness sagen, dass auch das Steamdeck am Anfang viele Softwareprobleme hatte.
Ganz nett gelöst ist beim Ally, dass es etliche System-Hotkeys gibt. Drück man zum Beispiel die Taste hier hinten und das D-Pad nach oben, poppt ein Keyboard auf. Makro-Taste und runter holt den Taskmanager auf den Schirm. Und so weiter. Damit kann man schon ganz gut arbeiten, aber es ist schon frickeliger als beim Steamdeck – eben, weil Windows 11 nicht auf Gaming-Handhelds ausgelegt ist. Was man natürlich machen kann: Statt in Armory Crate in den Big Picture Mode von Steam reinstarten, das sieht dann schon ein bisschen so aus wie beim Steamdeck. Allerdings muss man beim Ally definitiv mehr manuell einstellen, also zum Beispiel manuell hier den Gamepad-Modus aktivieren, wenn das Spiel fälschlicherweise im Maus-Modus gestartet ist, also wo man mit den Analogsticks die Maus steuert.
Benchmarks
So, hier jetzt endlich die harten, kalten fps-Fakten, da habt ihr wahrscheinlich schon drauf gewartet: Asus' Aussage, dass ROG Ally sei doppelt so schnell wie das Steamdeck, tja, zumindest in einigen Fällen können wir das bestätigen.
Schaut mal hier, das ist F1 2022. Da schafft das Steamdeck mit 1280 x 800 Pixeln genau 60 fps. Das Asus ROG Ally im Turbo-Modus erreicht mit 1280 x 720 Pixeln exakt das Doppelte: 120 fps. Und in nativer Ally-Auflösung, also Full HD, erreicht es im Leistungsmodus 49 fps und im Turbo-Modus 64 fps. Im synthetischen Benchmark Geekbench schafft das Ally sogar mehr als doppelt so viele Punkte wie das Steamdeck.
Allerdings kann man das auch nicht verallgemeinern, Shadow of the Tomb Raider, was ja unter Linux nativ läuft, da also nicht die Proton-Laufzeitumgebung dazwischen hängt, schafft auf dem Ally nur maximal 35 % fps mehr als auf dem Steamdeck. Naja, aber immerhin, schneller ist das Ally auf jeden Fall.
Akkulaufzeit
Wir haben uns natürlich auch die Akkulaufzeit angesehen. Sowohl im Ally als auch im Steamdeck steckt ein Akku mit 40 Wh. Wie lange der durchhält, hängt wirklich SEHR stark von der Nutzung ab. Surft man nur ein bisschen im Netz rum, kann man mit gedimmtem Display mit beiden Geräten auf 8 Stunden kommen. Geht man allerdings ans Limit, kriegt man die Dinger auch in einer Stunde leer. Um einen einigermaßen praxisnahen Test hinzukriegen, haben wir Ally und Steamdeck mal auf unsere selbst gebaute Testapparatur gelegt, die sowas wie eine Spielsession simuliert: Die drückt alle 30 Sekunden den A-Knopf. Als Spiel kam Elden Ring zum Einsatz, beide Displays haben wir auf die gleiche Helligkeit eingestellt. Und natürlich gleiche Einstellungen und gleiches Savegame. Und Überraschung: Da kamen fast die gleichen Werte raus: Das Steamdeck hielt 1:43 Stunden durch, das ROG Ally 1:48 Stunden.
Betrieb als Konsole
Mein Kollege Sahin hat sich nochmal angeschaut, wie das Ally als stationäre Konsole am Fernseher so läuft. Ging das gut? Also, er hat das Teil einfach an die Docking Station angeschlossen, die er auch für sein Steam Deck verwendet. Das funktioniert auch direkt. Damit das Ally das Bild nicht spiegelt, muss man das in den Windows-Anzeigeeinstellungen noch umstellen. Wenn man das einmal gemacht hat, kann man das Teil während eines laufenden Spiels anschließen und nahtlos am Fernseher weiterspielen, sehr nice.
Ein PS5-Controller ließ sich in unseren Tests zwar direkt ohne Probleme verbinden, aber das Menü in Armoury Crate nicht bedienen, obwohl sich das Ally im "Gamepad"-Modus befand. Erst als wir direkt am Gerät in den Steam Big Picture-Modus gewechselt hatten, konnte man mit dem Controller navigieren. Insgesamt ist die Software also noch etwas unreif, generell kann das Ally aber Konsole im Wohnzimmer genutzt werden.
Unser Fazit
Ganz klar: Das Asus ROG Ally ist wirklich beeindruckend leistungsfähig. Also was da in dem kleinen Gehäuse drinsteckt, ist schon wirklich krass. Das ist wirklich ein State-of-the-Art-Windows-Gaming-PC, den man sehr superflexibel nutzen kann, und natürlich mit externem Monitor auch als leistungsstarken Arbeits-PC, oder als Wohnzimmer-Konsole. In der Handheld-Betriebsart ohne Steckdose in der Nähe macht vor allem der gedrosselte 9-Watt-Modus Spaß, dann hält der Akku nämlich lange durch. Im Turbomodus mit voller Power, ja, da kriegt man das Teil in kürzester Zeit leer, also zum Beispiel auf langen Reisen Cyberpunk 2077 spielen, ja, schwierig ohne fette Powerbank.
Technsich ist das Ally definitiv dem Steamdeck überlegen, es bietet viel mehr Leistung und hat ein deutlich hochauflösenderes Display, das ist wirklich ein Riesenunterschied. Aber es gibt trotzdem noch viele Argumente fürs Steamdeck. Ich finde, es fühlt sich ein kleines bisschen besser an, ok, das ist natürlich individuell, es gibt sicher auch Leute, denen das Ally von der Haptik her besser gefällt. Auf jeden Fall hat das Steamdeck aber Stand heute das „konsoligere“ Software-Gefühl.
Das Ally ist viel frickeliger, da poppt dann halt mal ein Windows-Update auf, man muss im Taskmanager irgendwas fummeln, wacht nicht richtig aus dem Standby auf usw.. Ich bin selbst sehr erstaunt darüber, weil das Steamdeck läuft ja unter Linux; und das hat ja nun den Ruf, das frickeligste aller Betriebssysteme zu sein. Aber Valve hat das wirklich inzwischen super hinbekommen, dass man davon beim Steamdeck einfach nix mitbekommt. Und das, obwohl die meisten Spiele unter Linux ja nicht mal nativ laufen, sondern nur über die Proton-Laufzeitumgebung. Und, auch nicht ganz unwichtig: Das Steamdeck kostet in der günstigsten Variante 280 Euro weniger als das günstigste ROG Ally.
Also: Wenn euch die etwas begrenztere Spieleauswahl beim Steamdeck nicht stört, euch frickeln nervt und ihr auch mit etwas weniger Leistung leben könnt: Dann ist das Steamdeck weiterhin eine gute Wahl. Wenn ihr kein Problem mit ein bisschen Gefummel habt, richtig viel Leistung braucht und auch Spiele spielen wollt, die es nicht für Steam gibt: Dann ist das Ally für euch richtig. Tschüss!
(mma)