Sattes Bild: OLED-Fernseher LG G4 evo 55 Zoll im Test
Seite 2: Einstellungen, Bild und Ton
Der Fernseher ist rahmenlos mit einem umlaufenden Metallband eingefasst, alle Kabel werden sauber im RĂĽcken zum Auslass am FuĂź gelenkt. Als Fernbedienung legt LG den ĂĽblichen schwarzen Knochen mit eingebautem Gyroskop bei. Damit kann man den Mauszeiger durch einfache Armbewegungen ĂĽber den Schirm lenken.
Weil mit diesem Konzept aber nicht jeder zurechtkommt, sollte man das vor dem Kauf einmal ausprobieren. Davon abgesehen hält die Fernbedienung Direkttasten für alle gängigen Streamingdienste, einen Ziffernblock, ein Scrollrad und die üblichen Farbtasten für Mediatheken bereit.
Außerdem findet sich eine Mikrofontaste zur Sprachsteuerung mit dem eingebauten Mikro. Mit ihr kann man beispielsweise am Homescreen nach Filmen mit bestimmten Schauspielerinnen suchen. War die Suche erfolgreich, erscheint eine Liste mit Filmen und dazugehörigen Streamingquellen.
Leider versteht die Spracherkennung Namen von weniger bekannten Personen oder Filmen nicht besonders gut. Da hilft es auch nicht, das Wort mehrfach zu wiederholen, am Ende tippt man es schneller auf der virtuellen Tastatur am Bildschirm ein – was mit dem Mauszeiger der Fernbedienung einigermaßen zügig geht.
Hilfreich sind die vielen Shortcuts auf der Fernbedienung; sie werden in einem eigenen Menü erläutert. Wer bestimmte Streamingdienste oder TV-Sender schneller im Zugriff haben möchte, weist ihnen durch längeres Drücken einer Zifferntaste diese als Shortcut zu – sehr praktisch. Ein längerer Druck auf die Mute-Taste ruft das Menü zur Barrierefreiheit auf, das Einstellungen wie hoher Kontrast, Farbinvertierung, Untertitel oder Vorlesefunktion versammelt. Befindet sich unter den Zuschauern jemand mit eingeschränktem Hörvermögen, kann man Bluetooth-Kopfhörer parallel betreiben und beide Lautstärken unabhängig voneinander einstellen.
Bild und Ton
Der Fernseher optimiert Bild und Ton mit seinem KI-Prozessor Alpha 11, was für sehr helle Umgebungen praktisch ist. Wir bevorzugen den Filmmaker-Modus, in dem Inhalte ohne Eingriffe wiedergegeben werden. Zusätzlich schalten wir eine leichte Bewegungskompensation ein, die verhindert, dass das Kinobild bei Kameraschwenks ruckelt. Der Umgebungslichtsensor, der die globale Schirmleuchtdichte an die Raumhelligkeit anpasst, lässt sich im Filmmakermodus ebenfalls aktivieren, um Energie zu sparen.
Als Spitzenleuchtdichte im Filmmaker-Modus mit HDR-Inhalten haben wir auf einem zu 10 Prozent weißen Bildinhalt 1200 cd/m2 gemessen, bei komplett weißem Schirm waren es 200 cd/m2, im Standard-Preset 220 cd/m2. Das Bild zeigt wie bei OLEDs üblich eine schöne Tiefe, Schwarz ist wirklich schwarz. Dafür sorgt auch die gute Entspiegelung der Displayoberfläche. Die Farben sind satt, die Farbmischung sehr natürlich, Farbverläufe werden glatt wiedergegeben und bis in sehr dunkle und sehr helle Bereiche sauber aufgelöst.
Im Vergleich dazu fällt die Soundqualität des schlanken Fernsehgeräts etwas ab. Der Ton ist ausgewogen und die Sprachverständlichkeit gut, aber für richtigen Wumms oder feine Konzertklänge braucht man externe Lautsprecher.
Für Gamer hält LG auch in diesem Modell alle Möglichkeiten bereit, das 120-Hertz-Display versteht sich auf AMD FreeSync Premium, ist G-Sync-kompatibel, nimmt 4K-Inhalte vom PC mit 144 Hertz entgegen, schaltet automatisch in einen Modus mit geringer Latenz (ALLM) und passt sich mit variabler Refreshrate an die Grafikkartensignale an (VRR). Wer Einstellungen für Spiele ändern oder prüfen möchte, aktiviert das Game-Dashboard und den Game Optimizer und muss dann das Spiel für etwaige Korrekturen nicht verlassen. Da sämtliche Funktionen an allen vier HDMI-Eingängen zur Verfügung stehen, muss man nicht darauf achten, welcher Zuspieler an welchem Eingang hängt.