Wechselkompakte: Samsung NX10 im Test
Seite 2: Handhabung
Schwuppdizität
Ein weiterer relevanter Unterschied zu SLR-Kameras liegt im Fehlen dedizierter AF-Sensoren. Die spiegellosen Modelle fokussieren im Kontrastverfahren über den Bildsensor, was bei hinreichender Umgebungshelligkeit mit dem Kit-Objektiv recht schnell und sehr leise geschieht, ohne vollständiges SLR-Niveau zu erreichen. Bei wenig Licht gerät der Autofokus jedoch häufiger ins suchende Pumpen. Das grüne Fokushilfslicht schießt beim Textexemplar neben das Bildzentrum und ist je nach Aufnahmeentfernung daher nicht immer hilfreich. Vorbildlich ist hingegen die vierfache Verstellbarkeit der AF-Messfeldgröße und dessen freie Platzierung.
Die NX10 ist schnell startbereit und weist eine geringe Auslöseverzögerung auf. Die Serienbildrate liegt im Bereich um 3 Bildern pro Sekunde, wobei etwa 15 JPEG-Aufnahmen möglich sind, bis die Serie zu stocken beginnt. Während der noch recht zügigen Datenspeicherung sperrt sich die Kamera gegen Funktionseinstellungen. Die Vorlaufzeit des Selbstauslösers ist flexibel zwischen zwei und 30 Sekunden einstellbar, über ein optisch hübsch aufgemachtes tachoartiges „Rundinstrument“ auf dem Display. Trotz fehlenden Klappspiegels zeigt die Samsung ein deutlich wahrnehmbares Auslösegeräusch, das durch den Schlitzverschluss erzeugt wird. Ein weitestgehend lautloses Auslösen wie bei Kompaktkameras ist daher nicht möglich.
Belichtungsfunktionen
Belichtungsseitig stehen natürlich Zeit- und Blendenvorwahl, ein P-Programm einschließlich Programm-Shift sowie eine Vollautomatik mit Szenenerkennung zur Verfügung, sowie 12 Motivprogramme. Die Belichtungsmessung erfolgt über eine Messfeldmatrix mit 19 mal 13 Feldern oder mit mittenbetonter oder Spotmessung. Die Belichtungszeit kann zwischen 30 und 1/4000 Sekunde variiert werden, und auch eine „bulb“-Stellung für eine manuelle Belichtungsdauer ist vorhanden -- dabei zählt die Kamera im Display eine Sekundenanzeige hoch. Die Fernauslösung ist über einen optionalen Kabelauslöser möglich. Die kürzeste Blitz-Synchron-Zeit liegt bei 1/180 s. Das Blitzmodul mit der Leitzahl 11 bei ISO 100 wird auf einen elektrischen Impuls hin freigegeben. Eine Einstellung auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang ist möglich.
Der automatische Weißabgleich der NX10 ist feinjustierbar, alternativ ist die direkte manuelle Einmessung ohne Aufnahme eines Referenzbildes möglich, und auch eine direkte Kelvin-Einstellung ist vorhanden. Alternativ zur Belichtungsreihenautomatik steht zudem eine Variante mit unterschiedlichem Weißabgleich zur Verfügung.
Die Videoclipfunktion der Kamera liefert HD-Auflösung in 720p bei 30 Bildern pro Sekunde im Programm-Automatik-Modus oder mit Blendenvorwahl bis zu einer Dauer von 25 Minuten pro Clip. Die Videoqualität ist recht gut, wobei die Bilddetails subjektiv etwas feiner ausfallen könnten. Die Samsung-Videos leiden bei schnellen Bewegungen deutlich unter dem so genannten „Jelly-Effekt“, einem puddingartigen Schwanken oder Nachziehen von Bildstrukturen, der sich aus der zeilenweisen und damit zeitlich protrahierten Auslesung des CMOS-Sensors ergibt. Der objektivbasierende Antishake ist auch bei den Videoaufnahmen aktiv, dasselbe gilt wahlweise für den hier eher träge nachgeführten Autofokus, der aber auch nur fallweise über das Drücken der Schärfentiefentaste aktiviert werden kann. In beiden Fällen schlagen sich die Fokusaktivitäten summend im ansonsten guten Videoton nieder. Die Datenspeicherung erfolgt auf SD.
Energieversorger
Die Samsung bezieht ihre Energie aus einem üblichen Li-Ion-Block mit 9,6 Wattstunden. Dieser ist in einem eigenen Fach am Boden der Kamera untergebracht, weit genug vom korrekt zentrierten Stativgewinde entfernt, um auch bei Nutzung einer mittelgroßen Stativplatte bedienbar zu bleiben. Die Netzteilbuchse ist proprietär ausgeführt. Weitere Anschlussmöglichkeiten bestehen für den Kabel-Fernauslöser, ein kombiniertes USB/AV-Kabel und für die HDMI-Verbindung mit Buchse für einen Typ-C-Stecker. Die Anschlussleiste ist mit einer soliden Klappe mit echtem Scharnier abgedeckt -- eine Wohltat im Vergleich zu den Weichplastik-Kappen mit halb fliegender Befestigung bei vielen Konkurrentinnen.
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