Apple und die KI: Erst hinten, nach geplatzter Blase vorne?
In Sachen KI-Hype fährt Apple bislang auf der Kriechspur. WIrd das 2026 so bleiben? Die Marktentwicklung wird interessant. Eine Analyse.
Apple Intelligence: Gilt bislang als Verlierer – aber vielleicht bald nicht mehr?
(Bild: T. Schneider/Shutterstock.com)
Apple gilt allgemein als Unternehmen der Innovationen, etwa beim iPhone (ab 2007), dem iPod (ab 2001) oder gar (ab 1984) beim Mac. Dabei handelte es sich bei all diesen Produkten jeweils keineswegs um die ersten ihrer Art: Vor dem iPhone gab es diverse Smartphones, vor dem iPod diverse MP3-Player und vor dem Mac diverse Heimcomputer. Es zeigte sich immer wieder, dass Apple gut darin ist, zunächst die Einführung neuer Produktkategorien durch andere abzuwarten, um dann mit deutlichen Verbesserungen und mehr Bedienfreundlichkeit in diese vorzustoßen. Doch gilt das auch für den Bereich der Künstlichen Intelligenz, in dem Apple, so zumindest die Einschätzung der meisten Beobachter, deutlich zurückliegt?
Viel Hype, keine Gewinne
Zwar gilt der Sektor allgemein als aufgeteilt – OpenAI, Anthropic, Microsoft plus etwas Perplexity sowie chinesische Unternehmen wie DeepSeek werden als marktführend begriffen –, doch ist dies in der Praxis noch keineswegs so. Die großen KI-Firmen sind noch mitten in einer Investitionsphase, sie wachsen zwar stark, machen aber keinerlei Gewinne. Hinzu kommt, dass Finanzexperten seit Monaten vor einem möglichen Platzen der KI-Blase warnen, da diese vielfach aus Hype und Kreislaufgeschäften (OpenAI kauft Chips bei Nvidia, Nvidia investiert in OpenAI-mitinfanzierte Start-ups, Anbieter von Rechenzentren werden teils direkt von Techniklieferanten mitfinanziert) bestehen. Auch ist von der berühmten „Superintelligence“ oder auch nur Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI) noch nichts zu sehen, teils degenerieren die Modelle auch schon wieder.
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Bei Apple tut sich unterdessen erstaunlich wenig. Der Konzern pflegt zwar schrittweise seine eigene Apple Intelligence und baut hier und da mehr OpenAI-Dienste ein, doch technisch liegt das Unternehmen deutlich hinter dem Branchenschnitt. Auch die smartere, kontextsensitive Siri ist bis heute nicht erschienen. Man erinnere sich: Sie war bereits im Sommer 2024 angekündigt worden. Dennoch bieten sich für Apple einige Chancen. Denn der Konzern hat Fehler anderer Firmen – darunter das wilde Investieren in KI – nicht gemacht. Dafür erlebte er aber auch nicht den Hype an der Börse, den die Konkurrenten mitnehmen konnten.
Erste konträre Stimmen
Im Silicon Valley argumentieren erste konträre Stimmen wie der in Chefetagen viel gelesene Dienst The Information nun, Apple könne, sollte es zum teilweisen Platzen der KI-Blase kommen, „opportunistisch“ tätig werden. Das heißt: Fallen die enorm hohen Marktpreise für KI-Unternehmen, könnte Apple dank seiner großen Barreserven zugreifen und das tun, was der Konzern eigentlich sehr gut kann: externe Technik integrieren. Bis dato war das im KI-Sektor nur teilweise gelungen. Zwar wurden über Jahre Firmen aus den Bereichen des maschinellen Lernens und andere Start-ups aus verwandten Sektoren erworben und integriert, doch der generative KI-Trend wurde – zumindest aus Außensicht – verschlafen.
Dabei wird allerdings gerne vergessen, dass die in macOS oder iOS integrierten KI-Funktionen durchaus genutzt werden, seien es die – mittlerweile besser funktionierenden – Zusammenfassungen, die Textgeneratoren oder selbst die viel belächelten Genmojis. Selbst die mit Google und OpenAI implementierte visuelle Intelligenz auf dem iPhone funktioniert mittlerweile gut. Käme jetzt im Frühjahr endlich die lange erwartete bessere Siri, könnte Apple seine bisherigen Nachteile in Vorteile verwandeln. Zuvor stellt sich aber noch ein – zugegeben – riesiges Fragezeichen.
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(bsc)