Leapmotor wächst mit E-Autos erfolgreich in Europa und kündigt Hybridmodelle an

Die junge Marke Leapmotor aus China ist so erfolgreich im breit aufgestellten Stellantis-Konzern, dass sie inzwischen die anderen Marken in Bedrängnis bringt.

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Leapmotor B03x

Das 4,20 Meter lange Elektro-Crossovermodell Leapmotor B03x soll 2026 auch in Europa verkauft werden.

(Bild: Stellantis)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Stefan Grundhoff
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Stellantis ist einer der größten Autokonzerne weltweit, leidet aber unter dem Problem, dass seine Marken wie Citroën, Peugeot, Fiat, Lancia oder Opel ein weitgehend überlappendes Modellportfolio haben. Während die Konzernmarken Jeep, Ram oder Dodge in Nordamerika erfolgreich verkaufen, liegt Stellantis in China deutlich hinter vielen Konkurrenten. Das soll sich mit Leapmotor ändern. Die Marke wurde vor gerade einmal einem Jahrzehnt gegründet und breitet sich seither nicht nur auf dem international größten Automarkt rapide aus.

Der Elektro-Kleinwagen Leapmotor T03

(Bild: Stellantis)

Stellantis hat die Elektrokleinwagen Leapmotor T03 (Test) und die beiden SUV-Modelle Leapmotor B10 und C10 (Test) im europäischen Programm. Das Einstiegsmodell T03 macht mit einem Preis von unter 19.000 Euro einen ernsthaften Angriff auf ähnlich positionierte Modelle wie Dacia Spring oder BYD Seagull und ist deutlich günstiger als ein Opel Corsa-e (Test), Fiat Panda elettrica (Test) oder Citroën ë-C3 (Test). Das 4,73 m lange E-SUV C10 macht im D-Segment etablierten Elektroautos wie dem Tesla Model Y (Test) oder dem Skoda Enyaq Konkurrenz.

Stellantis positioniert die Modelle des chinesischen Start-ups betont Richtung junge und technikaffine Kunden. In der Realität erreicht Leapmotor aber noch deutlich größere Käufergruppen auf besonders preissensiblen Märkten in Südostasien, Indien oder Südamerika und ist auch in Deutschland erfolgreich.

Leapmotor ist eine zehn Jahre junge Erfolgsgeschichte. Nachdem das Start-up auch mit Volkswagen verhandelt hatte, kam es bei Stellantis unter und steigerte seitdem seine eigenen Verkaufszahlen in atemberaubendem Tempo. Waren es 2019 kaum mehr als 1000 verkaufte Fahrzeuge, geht es nach der Covid-Krise seit 2022 kraftvoll aufwärts. Wurden 2024 noch knapp 300.000 Autos produziert, waren 2025 bereits 600.000 Stück das Ziel. Diese Planzahl wurde mit 596.555 Fahrzeugen nur knapp verfehlt – mehr als eine Verdoppelung innerhalb nur eines Jahres.

Leapmotor B10

(Bild: Stellantis)

Im Unterschied zu vielen europäischen Konkurrenten geht Leapmotor den chinesischen Weg und bemüht sich, die maximale Wertschöpfung im Hause zu halten. Aktuell sind es rund 60 Prozent, mit steigender Tendenz. Bei Stellantis profitiert die jüngste Marke im Konzern insbesondere vom dicht geknüpften Händlernetzwerk. Dadurch kann Leapmotor im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Konkurrenten seinen Kunden Vorteile bei der Teileversorgung und im Service bieten.

Berechtigte Hoffnungen ruhen auf dem neuen Elektroauto Leapmotor B03x.

(Bild: Stellantis)

Ein großer Schritt nach vorn dürfte der Leapmotor 4,52 m lange B10 sein. Das ist ein kompakter Mittelklasse-SUV, der elektrisch angetrieben bei 29.900 Euro startet. Dafür gibt es eine solide Ausstattung, 160 kW und mit dem 56-kWh-Batteriepaket eine Reichweite von 360 km im WLTP. Mehr Ausstattung, Ladeleistung und Reichweite gibt es in der Pro-Max-Version. Dann sind es 67 kWh und 434 km WLTP-Reichweite für 33.600 Euro. Wer vergleichbare technische Daten haben möchte, zahlt für Skoda Elroq (Test) oder Kia EV3 ein paar Tausender mehr.

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Angesichts des anhaltenden Interesses am Format SUV dürfte auch der 4,2 m lange B03x, in China als A10 bekannt, seine Interessenten finden. Der C10 bleibt nicht der einzige, der mit einem Range Extender als serieller Hybrid Langstreckenqualitäten bieten kann: 2026 bekommt auch der B10, unterwegs auf der LEAP 3.5-Plattform, als REEV einen Reichweitenverlängerer. Zunächst nur angekündigt ist mit dem Leapmotor D19 ein SUV-Topmodell für das E-Segment.

(fpi)