30 Jahre USB 1.0: Der Anschluss für (fast) alles

Der Erfolg des Universal Serial Bus wuchs aus bescheidenen Anfängen: Am 15. Januar 1996 erschien die erste finale Spezifikation.

vorlesen Druckansicht 155 Kommentare lesen
USB-A-Buchsen an einem Desktop-PC.

USB-A-Buchsen an einem Desktop-PC.

(Bild: heise medien)

Lesezeit: 5 Min.
Inhaltsverzeichnis
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Bei manchen Erfindungen läuft es so: Die Idee klingt zuerst seltsam, dann passiert ein paar Jahre gar nichts und plötzlich geht die Sache durch die Decke. So ungefähr lief es beim heutzutage allgegenwärtigen Universal Serial Bus (USB).

Am 15. Januar vor 30 Jahren veröffentlichte der zu genau diesem Zweck gegründete Industrieverband „USB Implementer's Forum“ (USB-IF) die Revision 1.0 der Universal Serial Bus Specification, kurz USB 1.0. Doch erst, nachdem 1998 die überarbeitete Version USB 1.1 veröffentlicht wurde, passierte etwas: Apple brachte den iMac heraus, an den man Tastatur und Maus per USB anschloss.

Das überraschte seinerzeit, weil USB entscheidend von Intel entwickelt wurde und als klare Konkurrenz zu Apples seinerzeit weit überlegenem FireWire galt. Intel hatte zwar schon 1996 – unter anderem zur CeBIT, das waren noch Zeiten – die PC-Mainboard-Southbridge PIIX3 alias 82371SB mit eingebautem USB-Controller avisiert, doch die hatte einen Bug. Beim damals aktuellen Microsoft-Betriebssystem Windows 95 waren die USB-Treiber noch sehr wackelig, sie reiften erst mit Windows 98. Und so wurde dann Apple zu einem wichtigen USB-Geburtshelfer und praktisch startete USB eben erst mit USB 1.1. Ironie am Rande: Apple gehörte nicht einmal zu den sieben Firmen im USB-IF, die an der Spezifikation mitwirkten.

Videos by heise

USB 1.0 und 1.1 beschrieben die bis heute nutzbaren Transfermodi Full Speed mit 12 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und Low Speed mit 1,5 Mbit/s. In der Praxis waren maximal rund 100 KByte/s respektive 1 MByte/s nutzbar.

Apple brachte 1998 den iMac G3 mit USB-Ports.

(Bild: Apple)

USB 1.1 Low Speed genügt bis heute zur Anbindung von langsamen Eingabegeräten wie Tastaturen und Mäusen. Manche superschnell abtastenden Gamingmäuse benötigen USB 2.0.

Auch wenn es mit murksiger Hardware, schlechten Kabeln, verbuggten Hubs und wackeligen Treibern startete: Der Erfolg von USB ist phänomenal. Der renommierte Techniker-Berufsverband IEEE würdigte den heute allgegenwärtigen Universal Serial Bus als „IEEE Milestone“ und nennt den Intel-Fellow Ajay Bhatt als Autor der ersten Spezifikationsentwürfe.