Linux-Distribution KaOS wirft KDE Plasma raus
Die Linux-Distribution KaOS hat bislang stets auf aktuelles KDE Plasma für den Desktop gesetzt. Das ändert sich nun.
(Bild: heise medien)
Die in der vergangenen Woche erschienene Linux-Distribution KaOS 2026.02 bringt eine bemerkenswerte Änderung: Sie lässt die Unterstützung für KDE Plasma fallen. Das war bislang die einzig verfügbare Desktopumgebung. Jetzt setzt KaOS auf niri als Wayland-Compositor und Noctalia als Shell.
Das schreiben die KaOS-Entwickler in der Versionsankündigung. „Ihr werdet in diesem ISO kein Plasma oder Kwin finden, obwohl KaOS immer eine reine KDE-Plasma-Distribution war. Stattdessen werdet ihr ein niri/Noctalia-basiertes System vorfinden“, erklären sie dort. Als Begründung geben die Programmierer an, dass der Wunsch ins Spiel kam, sich von systemd zu lösen. Sie arbeiten demnach daran, die Machbarkeit des Wechsels zu Dinit für die Distribution zu prüfen. Dafür müssen sie jedoch Plasma ersetzen, da es stark auf systemd setzt – und das ihren Angaben zufolge in absehbarer Zeit sogar mandatorische und nicht nur optionale Voraussetzung werden soll. Allerdings kommt derzeit noch immer systemd zum Einsatz.
KaOS bleibt Qt-basiert
Die Versuche mit der Noctalia-Shell hätten sich als schöne Option erwiesen. Das bedeute zugleich, dass KaOS weiterhin auf Qt fokussiert bleiben kann. Daher kommt KaOS 2026.02 weiterhin ohne GTK und bringt Qt-/KDE-basierte Apps mit. Hinter niri verbirgt sich ein scrollbarer, Tile-basierter Wayland-Compositor. Quickshell ist ein flexibles Toolkit zum Erstellen von Desktop-Shells mit QtQuick für Wayland. Die Noctalia-Shell stellt eine minimalistische Desktop-Shell für Wayland bereit.
Als Bootloader kommt standardmäßig Limine zum Zuge. Weitere Optionen für UEFI-Installationen sollen über Calamares verfügbar bleiben, jedoch hat Limine nun systemd-boot als Standard ersetzt. Für die Desktop-Shells kommen niri (Version 25.11), Noctalia (4.4) sowie Quickshell (0.2.1) mit. Die Entwickler haben sie auf Qt 6.10.2 gebaut. Zur Komplettierung des Setups installiert KaOS Optionen wie cliphist, ddcutil, pavucontrol-qt und xwayland-satellite.
Auch wenn sich die KaOS-Maintainer von systemd lösen wollen, haben sie die inzwischen in die Jahre gekommene Version 254 ersetzt. Die ISO-Erstellung mit der jüngsten Version 257 schlug immer wieder fehl, sodass jetzt 255.22 mitkommt; die Installationen werden dann auf systemd 257.10 gehievt.
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Das Basissystem ist ebenfalls auf neuerem Stand: GCC 15.2.1, Glibc 2.42 und Binutils 2.45.1, Opencv 4.12.0, Poppler 26.02.0, Gstreamer 1.28, Pipewire 1.4.9, ZFS 2.4.0, CMake 4.2, OpenSSH 10.2, Bash 5.3, Protobuf 33.5 und Mesa 25.3.5 sind nun aktuell auf dem ISO enthalten. Als Kernel kommt Linux 6.18.10 zum Einsatz. Weitere Details liefert die VersionsankĂĽndigung. Aktuelle ISO-Abbilder stellt das KaOS-Projekt auf seiner Download-Seite zum Herunterladen bereit.
Die Abkehr von KDE Plasma ist ein bedeutsamer Schritt. Bislang gehörte KaOS zu den Distributionen, die früh neue Plasma-Versionen integrierten und daher gerne für Tests damit genutzt wurden. So brachte etwa KaOS 2024.01 schon Plasma 6 mit, als es noch offiziell eine Vorschauversion war.
(dmk)