Statt Private Cloud Compute: Siri auf Googles-Servern

Eigentlich sind Apples KI-Server nicht ausgelastet. Doch die neue, Gemini-basierte Siri läuft dort wohl nicht. Nun gibt es Diskussionen mit Google Cloud.

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Siri-Logo vor Google Gemini

Siri-Logo vor Google Gemini: Kombination in Googles Rechenzentren?

(Bild: Samuel Boivin / Shutterstock)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apple plant im Rahmen seiner KI-Zusammenarbeit mit Google einen Umzug der „neuen“ Siri in die Hosting-Infrastruktur der Cloud-Tochter des Internetriesen. Entsprechende Berichte gab es schon zuvor, nun scheinen sie sich zu verdichten. Laut dem IT-Fachmagazin The Information, das im Silicon Valley erscheint, soll der Switch zu Google Cloud beschleunigt werden.

Derzeit ist offenbar ein zweistufiges Verfahren geplant: Zunächst soll ein vereinfachtes Google-Gemini-Modell auf Apples eigenen Private-Cloud-Compute-Servern auf M-Chip-Basis laufen, mit iOS 27, macOS 27 und Co. und der neuen „Chatbot-Siri“ dann ein Umstieg auf Googles Cloud-Server mit Tensor-Architektur und dem neuesten Gemini-Modell erfolgen. Apple habe Google gebeten, zu untersuchen, wie man Siri in den Rechenzentren Googles laufen lassen könne – und zwar unter Apples Datenschutzbedingungen. Neu wäre eine solche Kooperation nicht: Schon seit vielen Jahren läuft Apples iCloud-Infrastruktur auch in Google-Cloud-Einrichtungen, ebenso bei Microsoft Azure und Amazon AWS. Laut The Information wird Google Cloud auch für Apples KI-Training verwendet.

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Apple versuchte parallel stets, möglichst viele eigene Rechenzentren in Betrieb zu nehmen, verabschiedete sich aber bislang nie von seinen Cloud-Providern. Was aus Private Cloud Compute wird, bleibt abzuwarten. Laut dem Bericht sind Apples KI-Rechner aktuell gar nicht ausgelastet. Angeblich werden nur 10 Prozent der bestehenden PCC-Kapazität benötigt. Das bedeutet auch, dass einige der für den Konzern produzierten KI-Server angeblich noch eingelagert sind und nicht installiert wurden. Denkbar ist allerdings, dass sich dies mit einem erfolgreichen Launch der neuen Siri schnell ändert. Weiterhin soll es Probleme geben, die Geräte aktuell zu halten, da Apple allein für die Software verantwortlich ist.

Apple hatte im Gegensatz zu den großen Hyperscalern nur „Peanuts“ in eigene Rechenzentren investiert, ist deshalb auf Partner angewiesen. Der Konzern mietet lieber Kapazität. Das könnte, zumindest bei einem möglichen Platzen der KI-Blase, eine smarte Entscheidung gewesen sein, meinen Analysten – andere sehen in der Zurückhaltung hingegen einen großen Fehler.

Unklar bleibt, wie Apple den Daten- und Privatsphärenschutz in Googles Rechenzentren bewahren will. Um neueste Gemini-Modelle zu nutzen, kann der Konzern nicht auf seine eigene Hardware setzen, muss Googles TPUs verwenden. Wie eine Form von PCC dort umgesetzt werden kann – oder zumindest eine Leak-freie Siri – muss sich erst zeigen. Apple hatte im Zusammenhang mit der Gemini-Zusammenarbeit stets intern betont, dass dies keine Auswirkungen auf sein Datenschutzversprechen haben wird.

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(bsc)