Vorstellung Cupra Born Facelift: Vorgriff auf den überarbeiteten VW ID.3

Cupra überarbeitet das Elektroauto Born. Das Basismodell bekommt eine LFP-Batterie mit 58 kWh, alle Modelle einen deutlich aufgewerteten Innenraum.

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Cupra Born 2026

(Bild: Cupra)

Lesezeit: 4 Min.
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Der Volkswagen-Konzern rollt seit Jahrzehnten verschiedene Modelle auf einer Plattform aus. Die Größe kann dabei ziemlich unterschiedlich sein. Bei den ID.-Modellen reicht sie aktuell immerhin von der Kompaktklasse bis hin zu geräumigen SUVs. Mehrfach wurde diese Basis schon überarbeitet, in diesem Jahr folgt eine weitere Modellpflege. Bei der Vorstellung bekommt Cupra den Vortritt: Der Born, der weiterhin ein nur leicht umetikettierter VW ID.3 ist, profitiert vor allem im Antriebsbereich.

Künftig wird es drei Leistungsstufen und zwei Batterien geben. Die technischen Eckdaten des neuen Basismodells wurden kürzlich für Ford Capri und Explorer schon angekündigt, die ebenfalls diese Plattform nutzen. Die Batterie hat einen nutzbaren Energiegehalt von 58 kWh. Die Zellchemie wird umgestellt auf Lithium-Eisenphosphat (LFP). Bislang hatte das Basismodell des Born eine Zellchemie aus Nickel, Mangan und Kobalt.

Cupra nennt noch keine Gleichstrom-Ladeleistung für diese Ausführung. Sollten es, wie bei Ford, 110 kW sein, wäre das ein Rückschritt gegenüber dem noch aktuellen VW ID.3. Dessen Basismodell kann mit 145 kW laden, die 59-kWh-Ausführung mit 165 kW. An Wechselstrom sind unverändert 11 kW möglich. Auf dieser Basis sollte sich die Traktionsbatterie anzapfen lassen, beispielsweise um eine Heckenschere zu betreiben oder den Akku eines E-Bikes nachzuladen.

Die große Batterie bietet netto 79 kWh und lässt sich mit 185 kW laden. Gegenüber der kleinen Batterie steigt die Reichweite im WLTP um 150 auf rund 600 km. Sie kann bestellt werden mit dem APP550-Motor, der je nach Ausführung 170 oder 240 kW leistet. Es bleibt immer beim Heckantrieb, ein zusätzlicher Motor an der Vorderachse wie im VW ID.4 GTX ist in dieser Fahrzeuggröße bei Volkswagen nicht zu haben.

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Cupra schreibt in der Pressemitteilung von einer neuen Designsprache, doch die meisten Betrachter sollten den überarbeiteten Born als solchen problemlos identifizieren können. Wichtiger als die umgeformten Stoßfänger wird vielen vermutlich sein, dass es nun auch im Born Matrix-Scheinwerfer gibt.

Sehr viel weiterreichend als außen sind die Veränderungen im Innenraum. Cupra verspricht eine höherwertige Auskleidung, was angesichts des Ausgangsniveaus machbar sein sollte. Der Born war immer etwas weniger frugal als die ersten ID.3, ein Handschmeichler aber war er nie. Von der Idee, einige Lüftungsfunktionen in den Lichtschalter-Block zu verfrachten, hat sich der Hersteller verabschiedet. Die Wischfurche vor dem Bildschirm ist nun hinterleuchtet. Auf dem Lenkrad gibt es wieder richtige Tasten, was funktional nur zu begrüßen ist. Statt eines kleinen Mini-Bildschirms mit mickriger Auflösung als Kombiinstrument gibt es jetzt ein aufgeräumtes, etwas größeres Display. Jeder Fensterheber hat wieder einen eigenen Schalter, die bisherige Umschaltung zwischen vorn und hinten entfällt. Keine Frage, der Born hat im Innenraum durch die Überarbeitung insgesamt deutlich gewonnen.

Cupra Born 2026 (4 Bilder)

Cupra verspricht, den Innenraum hochwertiger als bislang auszukleiden. (Bild:

Cupra

)

Das Infotainmentsystem nutzt jetzt eine Android-Basis. Vermutlich wird das bei Volkswagen als Softwarestand 6.0 verteilt. Es darf spekuliert werden, ob die bisherigen Modelle diesen Stand erhalten oder die bislang verbaute Hardware dafür zu schwachbrüstig ist. Sennheiser steuert im Born ein verbessertes Soundsystem bei. Bei einem drohenden Crash arbeiten Electronic Stability Control (ESC) und Front Assist zusammen, schreibt Cupra. Dabei soll sich unter anderem aus Sicherheitsgründen das Schiebedach schließen. Das wäre allerdings höchst erstaunlich, denn bislang lässt sich das Glasdach im Born nicht öffnen. Kaum vorstellbar, dass Volkswagen im Rahmen einer Modellpflege derart tief in ein Konzept eingreift.

Cupra spricht von einer neuen Designsprache. Der Born ist als solcher aber nach wie vor zu erkennen.

(Bild: Cupra)

Die Produktion des überarbeiteten Born soll im zweiten Quartal starten, wiederum in Zwickau. Die ersten Auslieferungen sind für den Frühsommer geplant. Noch gibt es keine Informationen zu den Preisen. Die aktuelle Preisliste startet bei 36.450 Euro. Wir rechnen damit, dass sich der Nachfolger in einem ähnlichen Bereich bewegen wird.

(mfz)