MG mit neuen Modellen: ID.3-Konkurrent zum kleinen Preis und großes SUV
MG erweitert sein Angebot in Europa mit dem MG4 Urban und dem MGS9 PHEV. Der Kleine tritt in der Golf-Klasse an, der Große wird ein 5-Meter-SUV mit PHEV.
Der MGS9 PHEV ist auf anderen Märkten schon zu haben. In Deutschland dürfte das SUV spätestens ab dem Herbst erhältlich sein.
(Bild: MG)
Bislang ist die Zahl der chinesischen Elektroautos auf europäischen Straßen recht übersichtlich. MG gehört zu den Marken, die bereits eine relevante Menge an Neuzulassungen vorweisen können. Im Februar verkündete die Pressestelle stolz eine Zahl von einer Million ausgelieferten Fahrzeugen in Europa. Mit einer Vergrößerung des Sortiments und einer technisch spannenden Batterie soll der Erfolg ausgebaut werden. Dafür kommen der MG4 Urban und der MGS9 PHEV in den Handel.
Semi-Festkörperbatterie
Batterien mit festem Elektrolyt sind seit ein paar Jahren immer mal wieder im Gespräch. Sie versprechen eine höhere Energiedichte als Batterien mit flüssigem Elektrolyt – bezogen auf Gewicht und Bauraum. MG spricht von einer Semi-Festkörperbatterie, bei der Festkörper-Elektrolyte innerhalb der Zellen eine schützende Struktur bilden sollen. Angaben zu Ladeleistung oder Energiegehalt gibt es derzeit nicht. Angepriesen wird der Speicher mit einer hohen Sicherheit gegen thermisches Durchgehen und einer „Leistungsfähigkeit bei niedrigen Temperaturen“. Ein Vorheizen sei nicht mehr notwendig, schreibt MG. Ab Ende 2026 soll das in Europa verkauft werden.
MG4 Urban
Einigermaßen verwirrend ist die Vorstellungspolitik rund um den MG4 Urban. Auf den deutschen Webseiten ist zum Redaktionsschluss dieses Beitrags nichts zu diesem Modell zu finden, auf den österreichischen wird sogar schon ein Basispreis von 19.990 Euro genannt, der allerdings einige Boni und Nachlässe enthält.
MG4 Urban (9 Bilder)

MG
)Angeboten wird das 4,4 m lange Elektroauto mit zwei Antriebskonfigurationen. Das Basismodell mit 110 kW Motorleistung hat eine Batterie mit einem Energiegehalt von 42,8 kWh. Der Verbrauch im WLTP wird mit 15,5 kWh angegeben, die Reichweite im Zyklus soll bei 325 km liegen. Sonderlich rasant kann nicht geladen werden: In der Spitze liegen nur 82 kW an, die Aufladung von 10 auf 80 Prozent soll 28 Minuten dauern.
Spitzenwerte liefert auch das Topmodell in dieser Hinsicht nicht. Der E-Motor leistet 118 kW, die Batterie fasst 53,9 kWh. Von 10 auf 80 Prozent braucht es hier unter idealen Bedingungen 30 Minuten. Die maximale DC-Ladeleistung liegt bei 87 kW. Den Verbrauch im WLTP gibt MG mit 15,3 kWh an, die Reichweite mit 416 km.
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Konkurrenz für den ID.3
Beide richten sich mit diesen Eckdaten an Kunden, für die lange Strecken nicht Alltag, sondern bestenfalls die Ausnahme sind. Der Hersteller verspricht ein großzügiges Platzangebot. Mit 2,75 m ist der Radstand etwa so lang wie bei einem VW ID.3. Der Kofferraum des MG4 Urban fasst 479 Liter, zu denen zusätzlich noch ein Fach unter dem Ladeboden mit 98 Litern kommt. Das wird möglich, weil der MG4 Urban, anders als der weiterhin gebaute und gerade überarbeitete MG4 EV, auf Frontantrieb setzt. Der Innenraum ist ordentlich verarbeitet, manche chromglitzernden Hebel machen was her, aber die Sitze wirken billig.
MGS9 PHEV
Noch steht nicht fest, wann der MGS9 PHEV nach Deutschland kommt. Das SUV mit Plug-in-Hybridantrieb und sieben Sitzen ist fast fünf Meter lang, überragt also beispielsweise einen VW Tayron (Test) deutlich. Der 1,5-Liter-Benziner leistet 105, der E-Motor 135 kW. Die Systemleistung liegt bei 200 kW. Mit einem Energiegehalt von 24,7 kWh sollen im WLTP rund 100 km E-Reichweite drin sein. Die finalen Daten liegen allerdings noch nicht vor.
(Bild: MG)
(mfz)