KI-eGPU-Anbindung kommt für Apple Silicon: Gamer müssen draußen bleiben
Bislang kann man Thunderbolt- und USB4-Erweiterungskästchen am Mac nicht mit Grafikkarten nutzen. Das ändert sich nun – mit einer wichtigen Einschränkung.
eGPU am Mac mit Apple Silicon: Lange hat’s gedauert.
(Bild: Tiny Corp)
Künftig soll es erstmals machbar sein, externe Grafikkarten mit Macs zu verwenden, die einen M-Chip einsetzen. Die Verwendung solcher eGPU-Setups über Erweiterungsboxen wie jene von Razer oder Sonnet, die mittels PCIe über Thunderbolt oder USB4 angebunden wurden, war bislang mangels passender Treiber für Apple Silicon nicht möglich. Nutzbar waren nur einzelne Video- und Audiokarten sowie SSD-Module auf PCIe-Karten.
Das Unternehmen Tiny Corp, das in Hongkong sitzt und das Neural-Network-Framework tinygrad entwickelt, behauptet auf X, Apple habe seine Treiber sowohl für AMD als auch Nvidia genehmigt. Die Ankündigung kam zwar am 1. April, auf Nachfrage von Nutzern hieß es aber, es handele sich nicht um einen Aprilscherz. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Mai AMD-GPUs via USB3 von einem Mac aus angesprochen.
Es geht (nur) um KI
Bei dem Vorhaben geht es nicht darum, Apple-Silicon-Macs ein besseres Spieleerlebnis dank schnellerer externer Grafikkarten zu ermöglichen. Stattdessen setzt Tiny Corp voll auf KI-Beschleunigung. Hier haben Macs aktuell noch den Nachteil, dass sie allein auf interne GPUs setzen können, nicht jedoch auf eGPUs. Das sorgt unter anderem dafür, dass die Generierung von Videos nicht so schnell läuft wie auf PCs – je nach Art des Modells und dessen Fähigkeiten. Grundsätzlich gelten Macs für KI-Anwendungen als sehr schnell und schlagen teilweise PC-Workstatons.
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Die Ankündigung von Tiny Corp ist bislang noch recht nebulös. So wird unter anderem mitgeteilt, dass die RTX 6000 Pro funktionieren soll. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, alternative Frameworks einzusetzen. Die Treiber arbeiten nur mit Tinygrad, nicht aber etwa mit Apples MLX. Derzeit arbeitet Tiny Corp am Einsatz von Qwen 3.5. Dabei soll es angeblich möglich sein, bis zu 80 Prozent der RAM-Bandbreite „der meisten Karten“ nutzen zu können.
RDNA 3+ und Ampere+
Die Tiny-Corp-Treiber können zudem kein Video ausgeben, denn dafür sind sie nicht gedacht. Laut Anleitung laufen die Treiber, die man sich von Tinygrad-GitHub-Repository ziehen muss, unter macOS 12 und höher, unterstützten AMD RDNA3 und höherer oder Nvidia Ampere. SiP muss nicht deaktiviert werden.
Möglich sind derzeit nur LLM-Anwendungen über Tinygrad, Video- und Bildgenerierung sind offenbar nicht vorgesehen. Details zu Tinygrad selbst sind in einer Dokumentation nachzulesen.
Tiny Corp ist das Unternehmen des bekannten Entwicklers, Hackers und comma.ai-Gründers George Hotz, der seit dem vergangenen Jahr in Hongkong lebt.
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(bsc)