Maryland: Apple schließt ersten gewerkschaftlich organisierten US-Laden

Der Towson Town Center Store war der erste in den USA, der eine gewerkschaftliche Vertretung hatte. Nun schließt er – laut Apple aus wirtschaftlichen Gründen.

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Apple Towson Town Center in Maryland

Apple Towson Town Center in Maryland: Bald dicht – angeblich wegen Krise in der Mall.

(Bild: Apple)

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Apple stellt den Betrieb in dem unter amerikanischen Arbeitnehmeraktivisten wohl bekanntesten Laden des Konzerns in den kommenden Monaten ein: Bis Juni soll der Towson Town Center Store in Maryland, gelegen in einem Vorort der Stadt Baltimore, zum letzten Mal öffnen. Der Store ist einer von drei US-Ladengeschäften des Konzerns, die Apple aus wirtschaftlichen Gründen schließt. Es sei eine „schwere Entscheidung“ gewesen, hieß es in einem Statement. Interessant dabei: Während Mitarbeiter der betroffenen Stores in Trumbull, Connecticut, und Escondido, Kalifornien, in andere Läden in der Nähe versetzt werden, kann sich die Besatzung aus Towson nur auf offene Stellen bewerben. Dies entspreche dem ausgehandelten Tarifvertrag, so der Konzern.

Der Towson-Store war der erste Apple-Laden in den USA, in dem eine gewerkschaftliche Organisation gelang, gegen die Apple selbst lange angekämpft hatte. 2022 wurde per Mitarbeiterwahl entschieden, dass die International Association of Machinists and Aerospace Workers' Coalition of Organized Retail Employees, kurz IAM CORE, Hausgewerkschaft in dem Store wird. Bis 2024 wurde dann erfolgreich ein Tarifvertrag ausgehandelt und abgeschlossen. IAM CORE hatte gehofft, dass dieser als Modell für andere Apple-Läden dienen könnte.

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Apples Angaben zufolge macht man die drei Läden dicht, weil das jeweilige Umfeld immer schlechter geworden sei. Es habe in den Einkaufszentren, in denen diese liegen, den Abgang mehrerer Händler sowie „sich verschlechternde Bedingungen“ gegeben. Tatsächlich gibt es seit vielen Jahren ein sogenanntes Mall-Sterben in den USA, wie man es auch aus Europa kennt. Dabei verlassen wichtige „Ankerläden“ ein Einkaufszentrum, was dann wiederum zu einem Rückgang der Kundenzahl führt.

IAM Core sieht allerdings noch andere Gründe für den Beschluss, ausgerechnet Towson Town Center zu schließen. Man untersuche derzeit „alle rechtlichen Möglichkeiten” und sei „empört“ von Apples Entscheidung, hieß es in einem Statement. Der Laden sei „kritisch“ für seine Umgebung und zudem per ÖPNV gut zu erreichen gewesen. Die Gewerkschaft sieht zudem nicht, warum der Tarifvertrag eine Versetzung der Mitarbeiter verhindere.

Gegenüber Macrumors teilte Apple mit, im Tarifvertrag sei geregelt, dass Mitarbeiter in einen anderen Laden versetzt oder erneut angestellt würden, sofern Apple einen neuen Laden im Umkreis von 80 Kilometern eröffnet. Allerdings gibt es einen derartigen Laden momentan nicht. Apple habe auch keine entsprechenden Pläne. Sollte sich das innerhalb von 18 Monaten ändern, muss den gekündigten Arbeitnehmern als erstes ein Arbeitsangebot unterbreitet werden. Ansonsten stehe ihnen eine Abfindung zu.

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(bsc)