Notepad++ erscheint als native macOS-Anwendung

Eine unabhängige Community hat Notepad++ als vollständig native macOS-App portiert. Der Editor läuft ohne Wine oder Emulation auf Apple Silicon und Intel Macs.

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Bildschirmfoto von Notepad++ unter macOS

Der beliebte Editor Notepad++ ist jetzt auch als native macOS-Version verfĂĽgbar.

(Bild: Notepad++ Projekt)

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Der beliebte Windows-Texteditor Notepad++ ist erstmals als native macOS-Anwendung verfügbar. Mitglieder der Open-Source-Community um den Entwickler Andrey Letov haben den Editor vollständig auf macOS portiert – ohne auf Kompatibilitätsschichten wie Wine, CrossOver oder Porting Kit zurückzugreifen. Die erste stabile Version 1.0.0 erschien Anfang April 2026, mittlerweile liegt der Editor in Version 1.0.4 vor.

Das Projekt unterscheidet sich grundlegend von früheren Versuchen, Notepad++ auf dem Mac nutzbar zu machen. Statt Windows-APIs zu emulieren, haben die Entwickler die gesamte Bedienoberfläche in Objective-C++ mit nativen macOS-Cocoa-APIs neu aufgebaut. Die Kern-Engine Scintilla, die auch der Windows-Version zugrunde liegt, blieb dabei identisch. Das Ergebnis ist ein Universal Binary, das sowohl auf Apple-Silicon-Macs (M1 bis M5) als auch auf Intel-Macs nativ läuft – ohne Rosetta-Übersetzungsschicht und ab macOS 11. Die Portierung der Windows-UI-Schicht auf Cocoa erforderte eine komplette Neuimplementierung sämtlicher Oberflächenelemente. Menüs, Dialoge und die Dateiauswahl folgen nun den macOS-Konventionen, ebenso die Tastaturkürzel. Der Editor unterstützt Syntax-Highlighting für mehr als 80 Programmiersprachen und bietet Funktionen wie Split-View-Editing, Makro-Aufzeichnung, reguläre Ausdrücke in der Suche sowie Lesezeichen. Die Oberfläche ist in 137 Sprachen lokalisiert. Die deutsche Lokalisierung erweckt aber stellenweise den Eindruck, als sei sie mit KI-Hilfe erstellt worden. Notepad++ für Windows hatte zuletzt mit einer Sicherheitslücke im Updater zu kämpfen, die das Ausführen von Schadcode ermöglichte – die macOS-Portierung baut die Architektur von Grund auf neu.

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Dass es Jahrzehnte gedauert hat, bis Notepad++ nativ auf macOS verfügbar wurde, liegt auch am Originalautor Don Ho, der Notepad++ stets als Windows-Anwendung entwickelte und keine Mac-Version anbot. Erst die unabhängige Community-Initiative vom März 2026 machte die Portierung unter der GPLv3-Lizenz möglich. Das Projekt ist nicht mit dem offiziellen Notepad++-Team verbunden.

Der integrierte Plug-in-Admin ermöglicht den Zugriff auf eine wachsende Bibliothek portierter Erweiterungen. Allerdings sind noch nicht alle Windows-Plug-ins für macOS verfügbar – die Portierungen werden nach Angaben des Projekts täglich ergänzt. Einen konkreten Zeitplan für die vollständige Plug-in-Kompatibilität gibt es bislang nicht. Der Quellcode auf GitHub steht Entwicklern offen, die sich mit Pull Requests an der Weiterentwicklung beteiligen möchten.

In puncto Datenschutz setzt sich Notepad++ für Mac deutlich von manchen kommerziellen Editoren ab: Die Anwendung enthält keinerlei Telemetrie, Werbung oder Datenerfassung. Auch automatische Crash-Reports werden nicht versendet. Der einzige Netzwerkverkehr entsteht bei der Nutzung des Plug-in-Admin, der auf GitHub zugreift.

Im Vergleich zu etablierten macOS-Editoren wie VS Code, Sublime Text oder BBEdit positioniert sich Notepad++ als kostenlose, quelloffene Alternative ohne Telemetrie. Während VS Code auf Electron basiert, handelt es sich bei der Mac-Version von Notepad++ um eine echte native Cocoa-Anwendung. Laut der Projektdokumentation soll der Editor sofort starten und einen geringen Ressourcenverbrauch aufweisen.

Die Veröffentlichung reiht sich in einen breiteren Trend ein: Auch andere Anbieter bringen zunehmend native macOS-Versionen ihrer Entwicklertools heraus. So hat Google kürzlich eine native Gemini-App für macOS veröffentlicht. Für Entwicklerinnen und Entwickler, die bisher auf Windows-Alternativen oder Kompatibilitätsschichten angewiesen waren, schließt die Portierung eine langjährige Lücke.

(mki)