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AGP-3.0-Spezifikation fertig

Christof Windeck

AnlÀsslich des IDF veröffentlicht Intel die Version 1.0 der AGP-3.0-Spezifikation.

AnlĂ€sslich des IDF veröffentlichte Intel die Version 1.0 der AGP-3.0-Spezifikation. Damit haben neue Verfahren wie der AGP-8X-Modus jetzt einen offiziellen Unterbau. Die 765 KByte große Version 1.0 [1] des Dokuments bringt eine ganze Reihe kleinerer Änderungen mit. In den Vorabversionen nannte Intel die Spezifikation noch AGP-8X [2], und genau dieser rund 2 GByte/s schnelle Betriebsmodus des AGP fĂŒr Grafikkarten ist auch die fĂŒr Privatkunden hervorstechendste Eigenschaft der AGP-3.0-Spezifikation.

Doch der neue Standard bringt noch viele weitere Neuerungen mit, beispielsweise muss der Chipsatz jetzt wie bei PCI (dem Urvater von AGP) auch bei AGP-Transfers die KohĂ€renz aller Pufferspeicher (Caches) sicherstellen. So lassen sich die schnellen AGP-Zyklen auch zur Übertragung von anderen Daten außer reinen Texturinformationen nutzen. AGP 3.0 definiert auch isochrone Transfers, ermöglicht also etwa schnelleres Schreiben von Videoinformationen in den Overlay-Bildspeicher der Grafikkarte.

Typische Desktop-Grafikkarten nutzen den AGP bisher ausschließlich fĂŒr Texturen, haben aber mittlerweile so viel lokalen Speicher, dass der 8X-Modus mit aktuellen Spielen keine Vorteile bringt. Intel sieht den grĂ¶ĂŸten Nutzen von AGP 3.0 zunĂ€chst bei typischen Profi-Anwendungen wie 3D-CAD und -Rendering sowie Videoschnitt; folgerichtig bringt Intel zunĂ€chst nur teure Workstation-ChipsĂ€tze mit AGP-3.0-UnterstĂŒtzung heraus: Placer fĂŒr zwei Xeons sowie Granite Bay fĂŒr einen Pentium 4 sollen noch in diesem Jahr erscheinen. Erst im kommenden Jahr zieht AGP 3.0 dann auch in Intels Desktop-ChipsĂ€tze ein.

Die taiwanischen Konkurrenten SiS und VIA sind schon weiter und bieten Produkte wie den SiS648 [3], VIA Apollo P4X400 [4] und KT400 mit AGP-8X-UnterstĂŒtzung an. Allerdings sind passende Grafikkarten bisher dĂŒnn gesĂ€t: Lediglich der ATI Radeon 9700 [5] sowie der SiS Xabre [6] sind damit ausgestattet. Matrox' Parhelia [7] bietet den AGP-8X-Modus noch nicht an, und Nvidia arbeitet noch fieberhaft am NV30 [8]. (ciw [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-61224

Links in diesem Artikel:

  1. http://developer.intel.com/technology/agp/downloads/Spec_1_0_final_Sep10.pdf
  2. https://www.heise.de/news/Intel-veroeffentlicht-Spezifikation-fuer-Grafikport-AGP-8X-29086.html
  3. https://www.heise.de/news/SiS-kuendigt-Chipsatz-fuer-DDR400-und-den-Grafikchip-SiS330-an-61122.html
  4. https://www.heise.de/news/Pentium-4-Chipsatz-fuer-32-GByte-RAM-61064.html
  5. https://www.heise.de/news/ATIs-3D-Flaggschiff-Radeon-9700-Pro-getestet-56496.html
  6. https://www.heise.de/news/Computex-Grafikchips-von-SiS-und-VIA-62199.html
  7. https://www.heise.de/news/Erste-Tests-der-3D-Grafikkarte-Parhelia-von-Matrox-66623.html
  8. https://www.heise.de/news/SIGGRAPH-Nvidias-3D-Grafik-strebt-nach-Hollywood-65916.html
  9. mailto:ciw@ct.de