Software gegen GEZ-Gebühren für Internet-PCs

Das Berliner Softwarehaus DGFSS will mittels einer Filtersoftware sämtliche Internet-Streams vom PC verbannen und so eine Gebührenpflicht vermeiden.

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Die kommende Gebührenpflicht für Internet-PCs treibt seltsame Blüten. So will das Berliner Softwarehaus DGFSS (Deutsche Gesellschaft für Softwaresicherheit, Ltd.) mittels der Filtersoftware g-e-zfilter 2007 sämtliche Internet-Streams vom PC verbannen und so eine Gebührenpflicht vermeiden. Die Lösung besteht nach Angaben der Herstellers darin, den Computer "derart zu modifizieren, dass dieses Gerät nur noch mit großem technischem Aufwand in der Lage ist, Echtzeit-Darbietungen aus dem Internet abzuspielen, zu speichern oder zu empfangen". Da laut Rundfunkgebührenstaatsvertrag ein Bereithalten des Rundfunkempfanggerätes nur dann gegeben sei, wenn es ohne "besonderen zusätzlichen Aufwand" Echtzeit-Darbietungen verarbeiten kann, könnte dies zu einer Befreiung von der Gebührenpflicht führen.

Technisch soll die Software jeglichen Media-Inhalt blockieren, "der irgendwie Live-Streaming von Radio oder Fernsehen ermöglichen könnte". Die Software soll im Dezember zur Verfügung stehen, sie soll dann von "einem unabhängigen technischen Überwachungsunternehmen" geprüft sein. Derzeit wirbt das Unternehmen mit Rechtsgutachten der Anwaltssozietäten Prof. Dr. Storr & Storr (München) Winheller Dr. Seyfert (Frankfurt) und Kornmeier Kollegen, RA Marwitz (Frankfurt). Lesen kann diese Gutachten jedoch nur, wer sich kostenlos als Interessent für die Software registriert.

Kunden können sich abhängig von der Anzahl der Rechner in ihrem Betrieb zwischen der Professional-Version für 40 Euro und der Enterprise-Version für 80 Euro wählen. Darin enthalten ist ein Update der URL-Liste für zwei Jahre. Nutzer einer kostenlosen Version können das "Service-Garantie" genannte Paket für 15 Euro erwerben, zudem müssen sie Werbebanner für das Programm auf ihrer Unternehmens-Website anbringen. Entfernen lässt sich die Software vom Nutzer angeblich allenfalls durch eine Neuinstallation des Betriebssystems, für die Remote-Deinstallation verlangt das Softwarehaus einen Pauschalpreis von 49 Euro.

Ausgehend von den derzeitigen Vorstellungen der Rundfunkkommission rechnet das Unternehmen einem Selbstständigen mit wechselnden Arbeitsplätzen eine Ersparnis von 72 Euro im ersten Anwendungsjahr aus. Ob die Software allerdings einen wirkungsvollen "Schutz" vor der ab Januar zu zahlenden Internet-GEZ darstellt und ob sie überhaupt funktioniert, bleibt abzuwarten.

Zu der Diskussion um Rundfunkgebühren für PCs siehe auch: