Tiscali Österreich hat neuen Eigentümer

Tiscali Österreich, die 40 Prozent der 500 Top-Unternehmen des Landes als Kunden gewinnen konnte, wird nun in Nextra Österreich integriert.

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Der Internet Service Provider (ISP) Tiscali hat seine Österreich-Tochter verkauft. Beobachter taxieren den Verkaufspreis auf 12 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört nun zur AirCALL-Gruppe, die sich wiederum indirekt mehrheitlich im Eigentum der Investmentfirma The Jordan Company befindet. Die von dieser für 2,5 Milliarden Dollar gekauften Firmenbeteiligungen bringen einen Jahresumsatz von über 4 Milliarden Dollar. Auch die AirCALL-Gruppe selbst ist ein Zusammenschluss der von Jordan erworbenen österreichischen Firmen AirPAGE (ehemaliges Pager-Netz), PagingOne (ehemaliges Pager-Netz), AirCALL (Callcenter-Dienstleister), MediaCATS (interaktive Sprachdienste), arges.tempo (ISP), V.i.P (ISP), Gramtel (ISP), getyour.at (ISP) und Nextra Österreich (ISP).

Tiscali Österreich, die 40 Prozent der 500 Top-Unternehmen des Landes als Kunden gewinnen konnte, wird nun in Nextra Österreich integriert. Das Gegenteil geschah in Deutschland mit der Übernahme von Nextra Deutschland durch Tiscali Deutschland im Dezember 2001. Zu der Zeit war Tiscali noch auf Einkaufstour gewesen und hatte auch in Österreich eine Reihe von ISP übernommen, darunter Liberty Surf, Line One, Merlin, Nacamar/World Online, Planetone, surfEU und Vianet. Im Vorjahr wurde dann auch noch der erste Internet Service Provider Österreichs, die EUnet -- zwischenzeitlich bekannt als KPNQwest Austria --, für 16 Millionen Euro zugekauft. Inzwischen will sich Tiscali aber auf die Kernmärkte Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und die Beneluxländer zurückziehen.

Als Ergebnis stellt sich Nextra Österreich heute als Anbieter mit Kunden, Infrastruktur und Produkten von über einem Dutzend historischer ISP dar, der sich als "Österreichs führender unabhängiger B2B Full-Service-Internet-Provider" bezeichnet. Wie viele Nextra- oder Tiscali-Mitarbeiter nun ihren Job verlieren werden, ist noch nicht bekannt. Nextra-CEO hat angekündigt, die "enormen Potenziale beider Unternehmen optimal (zu) nutzen". Letztes Jahr hatte Nextra rund 10 Millionen Euro umgesetzt, Tiscali etwa 22 Millionen. Neben AirCALL/Jordan hatten auch die österreichische Inode, die Telekom Austria und die irische eTel Group Interesse an der Tiscali bekundet beziehungsweise Verhandlungen geführt. (Daniel AJ Sokolov)/ (tol)