Musikverband sieht Erfolge gegen kommerzielle Raubkopierer

Die weltweite kommerzielle Musikpiraterie nimmt nach Angaben des Musikbranchen-Verbands IFPI dank verstärkter Polizeiaktionen nicht mehr so stark zu wie in den vergangenen Jahren.

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  • JĂĽrgen Kuri

Die weltweite kommerzielle Musikpiraterie nimmt nach Angaben des Musikbranchen-Verbands IFPI dank verstärkter Polizeiaktionen nicht mehr so stark zu wie in den vergangenen Jahren. Dennoch sei die Lage immer noch höchst alarmierend, meint der Verband in seinem Commercial Piracy Report 2004. Die Musikindustrie macht seit langem immer wieder aufs neue Raubkopierer für schlechte Geschäfte verantwortlich -- wobei sie in der Regel über die in dem aktuellen Bericht aufgeführten kommerziellen Raubkopierer hinaus auch das private Brennen von CD-Kopien und die Internet-Tauschbörsen ins Visier nimmt.

Das kommerzielle, illegale Geschäft mit Raubkopien jedenfalls habe im vergangenen Jahr ein Volumen von 4,5 Milliarden US-Dollar erreicht, ein Plus von vier Prozent, erklärte die IFPI. Die "weltweite durchschnittliche Raubkopierrate", wie die IFPI das nennt, habe nun 35 Prozent erreicht. Im Jahr 2000 sei jede fünfte verkaufte CD eine Raubkopie, 2003 bereits jede dritte verkaufte CD eine illegale Kopie gewesen. Immerhin habe man den langsamsten Zuwachs an kommerziellen Raubkopien in den vergangen vier Jahren feststellen können. Die IFPI führt dies auf verstärktes juristisches Vorgehen gegen Raubkopierer durch Branchenorganisationen und staatliche Behörden zurück; die Beschlagnahmung von Raubkopien habe ebenfalls ein Rekordniveau erreicht und die Zahl der sichergestellten CD-Kopiergeräte sei stark gewachsen.

Als größte Schwachstellen im Kampf gegen die Musikpiraten nannte der IFPI zehn Staaten: Brasilien, China, Mexiko, Pakistan, Paraguay, Russland, Spanien, Taiwan, Thailand und die Ukraine. Der größte Markt für Musikpiraten sei China mit 600 Millionen Dollar, gefolgt von Russland mit 330 Millionen Dollar. Glücklicherweise setze sich in vielen Ländern aber die Erkenntnis durch, dass dadurch eine ganze Branche mit weltweit Hunderttausenden von Arbeitsplätzen gefährdet werde, hieß es. "Dieser illegale Handel zerstört Künstlerkarrieren und Musikkulturen", sagte der IFPI-Vorsitzende Jay Berman. Die Raubkopien finanzierten zudem das organisierte Verbrechen, förderten die Korruption und kosteten die Regierungen Hunderte von Millionen Dollar an Steuereinnahmen.

Berman betonte, dass das strafrechtliche Vorgehen gegen kommerzielle Raubkopien weiter verstärkt werden müsse. Dazu gehöre die angemessene Durchsetzung der Gesetze, abschreckende Strafen gegen Raubkopierer und die effektive Regulierung der Disc-Herstellung. (jk)