Apple ausgenutzt und betrogen: Sechs frĂĽhere Mitarbeiter angeklagt
Sechs frĂĽhere Apple-Mitarbeiter sollen ein Aufstockungsprogramm fĂĽr Spenden ausgenutzt haben, das ihnen ihr Arbeitgeber anbot. Ihnen drohen hohe Haftstrafen.
(Bild: ronstik/Shutterstock.com)
Sechs ehemalige Apple-Mitarbeiter in Kalifornien sind wegen Spendenbetrugs in sechsstelliger Höhe angeklagt worden. Dabei sollen sie zwischen Juli 2018 und April 2021 vor allem ihren früheren Arbeitgeber in massiver Weise geschädigt haben, indem sie ein Aufstockungsprogramm des iPhone-Herstellers ausnutzten, das Spenden für den guten Zweck verdoppelt. Laut Anklage geht es um insgesamt 152.000 US-Dollar. Zudem hätten sie auch den Staat durch Steuerhinterziehung geschädigt.
Die sechs Tatverdächtigen im Alter zwischen 31 und 39 Jahren sollen vorgegeben haben, für den American Chinese International Cultural Exchange (ACICE) oder die Initiative Hop4Kids, die arme Familien unterstützt, zu spenden. Apple verdoppelte diese Spenden, was das Unternehmen Mitarbeitern im Rahmen des Apple Matching Gifts Program bis zu einer Summe von 10.000 US-Dollar pro Jahr ermöglicht.
Wie der Trick funktionierte
Doch in Wirklichkeit buchte der mutmaßliche Drahtzieher unter den Angeklagten die Spendensummen an die Mitarbeiter zurück und strich den Zuschuss Apples ein. So stellt es die Staatsanwaltschaft von Santa Clara County in einer Pressemitteilung dar. Möglich war dies, weil der geprüfte Wirtschaftsprüfer zugleich Geschäftsführer von Hop4Kids und Buchhalter für die ACICE gewesen sei und so die Rückbuchungen veranlassen konnte. Abgewickelt wurden alle Spendenbuchungen über eine Plattform namens Benevity. Alle "Wohltäter" hätten ihre Spenden in einer Höhe von insgesamt 100.000 US-Dollar dann trotzdem in ihren Steuererklärungen abgeschrieben, weshalb die Anklage auch auf Steuerhinterziehung lautet.
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Der mutmaßliche Drahtzieher habe die anderen Angeklagten zur Teilnahme ermuntert und ihnen im Gegenzug kostenlose oder ermäßigte Hilfe bei der Steuererklärung angeboten, heißt es. Für alle Angeklagten wurden Haftbefehle erlassen.
Alle Angeklagten in Haft
Aufgrund des Ausmaßes drohen den Beteiligten im Falle einer Verurteilung hohe Haftstrafen. Vorgeworfen werden ihnen Diebstahl, die Verschwörung zur Begehung eines Großdiebstahls, Meineid und Steuerbetrug. Darüber hinaus plädiert die Staatsanwaltschaft dafür, die Taten als Wirtschaftskriminalität zu werten. Die entsprechenden Gesetze seien erst verschärft worden, heißt es.
(mki)