Hightech im Rennradbau

Stabiler, leichter, windschnittiger – um konkurrenzfähig zu bleiben, werden die Räder für Profifahrer ständig optimiert.

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Niederlagen sind für Ronny Hartnick nur dann verschmerzbar, wenn eines sonnenklar ist: Es lag nicht am Material. Denn sonst wäre dem Chefentwickler für Radsport am Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin ein Fehler unterlaufen. Und das will er unbedingt vermeiden. Deshalb scheut Hartnick bei der Entwicklung seiner Hightech-Rennräder für die deutsche Bahnrad- und Zeitfahrelite keine Mühen. Wann immer es geht, begleitet er seine Schützlinge zu ihren Rennen und beobachtet die Konkurrenz: Wer hat auf welche Ideen gesetzt? Welche Materialien wurden verbaut? Hat das FES mit seiner Lösung einen neuen Standard gesetzt? Um letztere Frage mit "Ja" beantworten zu können, muss der Maschinenbau-Ingenieur sozusagen immer eine Radlänge vorn liegen.

Im Kampf auf der Bahn entscheiden wenige Tausendstelsekunden Vorsprung über Sieg oder Niederlage, berichtet Technology Review in einer aktuellen Reportage zum Thema Hightech-Einsatz im Rennradbau. Hartnick setzt daher bei Material und Werkzeugen kompromisslos auf modernste Technik. Je nach Einsatzgebiet schneidert er den Athleten ihre Kohlefaser-Räder auf den Leib: Ist Ausdauerleistung gefragt, stehen eher die Aerodynamik und der Fahrkomfort im Vordergrund, beim Sprint darf der Rahmen kaum Angriffsfläche für den Fahrtwind bieten, muss möglichst dicht an der vom Radsportverband festgelegten Gewichtsuntergrenze von 6,8 Kilogramm liegen.

Zurzeit tüftelt Radspezialist Hartnick am Bahnrad-Prototypen für die Olympischen Spiele 2012 in London. Eine Sisyphusarbeit: Mehrere Wochen hat es allein gedauert, bis der Konstrukteur mit den Vorberechnungen des Rahmens zufrieden war. Dabei werden auf Basis der Finite-Elemente-Methode (FEM) zunächst die erforderlichen Steifigkeiten des Rennrahmens am Computer ermittelt.

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(bsc)