Geeks to the Rescue!

Bei der Fußball-WM in Südafrika nerven vor Ort und im Fernsehen die örtlich populären Tröten - Vuvuzela genannt. Clevere Netzbastler bauen sich einen Filter.

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Wenn es das Internet-Zeitalter nicht geben würde, müsste es erfunden werden: Probleme, die viele Menschen belasten, schwappen schnell an die Oberfläche – und irgendein Experte mit Blog oder Twitter-Account findet dann schon eine Lösung.

Mein aktuelles Lieblingsbeispiel hat mit der Fußball-WM in Südafrika zu tun: Dort stört bekanntlich seit dem Eröffnungsspiel ein ganz spezielles Nervinstrument den akustischen Spielgenuss: die Vuvuzela, eine Art afrikanische Tröte. Ich zitiere mal ausnahmsweise Wikipedia zu dem Instrument: "Sein Klang ähnelt dem Trompeten eines Elefanten. Vielfach in Stadien eingesetzt klingt es wie ein "Hornissen-Schwarm". Es können Schalldruckpegel von 120 dB(A) im Abstand von einem Meter und bis zu 131 dB(A) am Schalltrichter erreicht werden."

Das Gemeine an der Vuvuzela ist ihre endemische Verbreitung: Das Plastikteil wird mittlerweile in jeder Landesfarbe vertrieben, reizt also nicht nur südafrikanische Fans zum unbegrenzten Spiel an, sondern verbreitet sich rasant international. Die Folgen: Spieler im Stadion verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr, Stadionsprecher sind nicht mehr zu hören und die für die Fernsehübertragung verantwortlichen Teams haben massive Schwierigkeiten bei der Audio-Aussteuerung des Sendesignals.

Womit wir bei der potenziellen Lösung des Problems wären. Während man im Stadion selbst eigentlich nichts anderes tun kann, als über ein Verbot nachzudenken – mit unklaren Auswirkungen seitens der Fan-Massen –, lässt sich zuhause einiges gegen die Vuvuzela-Problematik unternehmen. Eine prima Lösung hat der Blogger Tube von den "Surfpoeten" gerade vorgestellt: Die Filterung der Tröte mittels eines Tonbearbeitungsprogramms.

Dazu benötigt man bloß einen Rechner mit einer Soundkarte geringer Latenz, eine preisgünstige Software und das Wissen, auf welchen Frequenzen man der Vuvuzela am besten zu Leibe rückt. Insgesamt vier Bereiche gilt es laut Tube zu attackieren: den Grundton (es ist ein Ais) bei 233 Hertz sowie die Obertöne bei 466, 932 und 1864 Hertz. Das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen: Plötzlich versteht man wieder, dass es im Stadion neben Tröten auch normale Menschen gibt.

Ich verwette derweil mein Hinterteil, dass es nur wenige Tage dauern wird, bis jemand eine noch einfachere Lösung erstellt – Web-basiert, beispielsweise. Davon erfährt man dann sicher auf Twitter... (bsc)