Afrika: Satelliteninternet Starlink teilweise gĂĽnstiger als Festnetzanschluss
In Afrika kann Starlink nur in wenigen Staaten genutzt werden. Dort ist es aber teils eine ernst zu nehmende Konkurrenz – zumindest für Festnetzanschlüsse.
(Bild: GamElon/Shutterstock.com)
Das Satelliteninternet Starlink des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ist in mehreren afrikanischen Staaten günstiger als die Angebote der jeweils führenden Anbieter von Festnetzinternet. Das hat das Onlinemagazin Rest of World ermittelt. Im Fall von Simbabwe hat Rest of World einen besonders starken Preisunterschied gefunden. Wer dort beim wichtigsten Provider einen Internetanschluss mit unbegrenztem Datenvolumen bucht, muss demnach monatlich über 600 US-Dollar bezahlen. Die Monatsgebühren von Starlink liegen dagegen dort nur bei etwa 30 US-Dollar. Allerdings gehen Menschen in vielen afrikanischen Staaten fast ausschließlich über Mobilfunkgeräte online, Festnetzanschlüsse sind viel seltener als etwa in Deutschland.
Etablierte Provider reagieren bereits
Laut Starlink selbst ist der Dienst in 16 Staaten auf dem afrikanischen Kontinent verfügbar, in fünf davon ist das Satelliteninternet laut Rest of World günstiger als der billigste Festnetztarif mit unbegrenztem Datenvolumen. Einbezogen wurde demnach die Tatsache, dass Starlink von Land zu Land unterschiedliche Preise verlangt – umgerechnet liegen die zwischen 10 und 50 US-Dollar im Monat. Die für die Starlink-Hardware nötigen Anschaffungskosten wurden außer Acht gelassen. Die Preise für Festnetzinternet liegen demnach zwischen 10 und 633 US-Dollar. Dabei hätten die etablierten Provider bereits mit Preissenkungen und höheren Geschwindigkeiten auf die Konkurrenz reagiert, erste Konzerne hätten vor einem wachsenden Marktanteil für Starlink gewarnt.
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SpaceX baut Starlink seit 2019 auf, fast 7000 Satelliten liefern inzwischen auf allen Kontinenten schnelle Internetverbindungen. Im Herbst war bereits bekannt geworden, dass die Nachfrage in manchen Gegenden Afrika so groß ist, dass dort keine neuen Anschlüsse mehr gebucht werden können. Dass Starlink dort teilweise deutlich günstiger ist als traditionelle Internetanschlüsse dürfte ein Hauptgrund dafür sein. Gleichzeitig kommen beispielsweise in Sambia nur 0,48 Festnetzinternetanschlüsse auf 100 Menschen, aber 99 Mobilfunkverträge. In Nigeria liegt das Verhältnis sogar bei 0,05 zu 102. Zum Vergleich kommen in der Bundesrepublik auf 100 Menschen 45 Festnetzinternetanschlüsse und 125 Mobilfunkverträge.
(mho)