Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Größter Ersatzverkehr Deutschlands geplant

Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin löst einen rekordverdächtigen Ersatzverkehr aus. Der Umbau soll laut Bahn auch den Mobilfunk verbessern.

vorlesen Druckansicht 85 Kommentare lesen
Ein ICE

Ein ICE im Hbf Hamburg.

(Bild: heise online / anw)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Deutsche Bahn plant für die Zeit der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin den nach eigenen Angaben größten Ersatzverkehr Deutschlands. Um den Nahverkehr aufrechtzuerhalten, sollen in Spitzenzeiten bis zu 173 Busse im Einsatz sein, die auf 26 Linien verkehren und täglich insgesamt bis zu 86.000 Kilometer zurücklegen, heißt es in einer Mitteilung. Zudem bekräftigte das Unternehmen im Staatsbesitz Pläne, die Strecke im Zuge der Sanierung zur 5G-Innovationsstrecke für Mobilfunk mit Gigabit-Datenraten auszubauen.

Die neunmonatige Generalsanierung, die eine Vollsperrung der ICE-Strecke erforderlich macht, ist Teil des Bemühens der Bahn, pünktlicher, verlässlicher und profitabler zu werden. Den Auftakt des bundesweiten Sanierungsprogramms von Hauptstrecken markierte der Umbau der Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim. Die Strecke zwischen Hamburg und Berlin soll zwischen dem 1. August 2025 und dem 30. April 2026 erneuert werden. Gleise auf einer Länge von rund 180 Kilometern, 200 Weichen, Oberleitungen sowie Leit- und Sicherungstechnik sollen ausgetauscht und sechs neue Überleitstellen zum Überholen langsamerer Züge eingebaut werden. Zudem werden 28 Bahnhöfe umgebaut.

Während der Bauphase fahren Fern- und Güterzüge auf Umleitungsstrecken. Während der Fernverkehr den westlich gelegenen Korridor über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal nutzt, sollen Güterzüge weiträumiger ausweichen. Die Fahrtzeit der Personenzüge verlängere sich hierdurch um 45 Minuten. Täglich seien bis zu 65 Fahrten geplant, darunter 36 Direktverbindungen. Der Nah- und Regionalverkehr wird bis auf einige Linien mit Ersatzbussen abgewickelt.

Videos by heise

Mit der Sanierung geht auch eine technische Modernisierung einher. Erste Abschnitte nahe Hamburg und Berlin sollen mit dem neuen europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet werden. Entlang der gesamten Umbaustrecke will die DB Funkmasten für den Bahnfunk FRMCS (Future Rail Mobile Communication System) errichten. Masten und Versorgungscontainer sowie Strom- und Datenleitungen wolle man nach der Sanierung Mobilfunkunternehmen für die technologieoffene Erprobung und Ausleuchtung der Strecke mit Mobilfunk für die Fahrgäste bereit.

(mki)